Bis zum letzten Tropfen Blut

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Friedrich Stoltze, 1877

Bis zum letzten Tropfen Blut
Und in Todesnächte,
Fröhlich auf mit neuem Muth
Für der Menschheit Rechte!
Freiheit, du mein Götterbild,
Schöner ist kein Werben,
Als auf deinem Sonnenschild
In der Schlacht zu sterben.

Betet ihr, ich kann es nicht!
Beten kann nicht retten;
Mit gefalt’nen Händen bricht
Nie ein Volk die Ketten.
Sieht der Himmel nicht die Noth
Unsres Erdenballes?
Zweimal täglich wird er roth,
Weint auch. Das ist Alles!

Hilf dir selbst, hilft Zebaoth, —
Selber sei dein Retter! —
Schweigt im Busen dir der Gott,
Schweigen alle Götter.
Sklaven ist der Himmel taub,
Knechte knie’n vor Protzen,
Würmer krümmen sich im Staub, —
Stolze Seelen trotzen!

Trutz Gewalt und Trutz Gewalt,
Blitz und Donnerschlägen!
Selbst im Tode noch geballt
Sei die Faust dagegen!
Hängt das Recht am Sternenzelt?
Reißt den Himmel nieder!
Wieder muß es auf die Welt,
Unter Menschen wieder!

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