Die Bombardierung von Veracruz

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Bombardierung von Vera CruzAm 15. Januar 1863 bombardiert die französische Marine Veracruz in Mexiko (nebenstehend ein Ausschnitt aus einem Bild von Antoine-Léon Morel-Fatio und Adolphe-Hippolyte Couveley). Dies ist Teil einer größeren Intervention. Begonnen hat diese Ende 1861, weil Mexiko seine Schulden nicht bezahlen wollte. Um dies zu erzwingen schließen sich Großbritannien, Spanien und Frankreich und greifen in Mexiko ein. Nicht alles läuft nach Plan, so verlieren französische Truppen am 5. Mai 1862 gegen die mexikanische Armee in der Schlacht von Puebla, worauf der mexikanische Nationalfeiertag „Cinco de Mayo“ zurückgeht.

Als klar wird, daß Frankreich in Wirklichkeit Mexiko zu einem Marionettenstaat unter einem Kaiser machen möchte, ziehen sich Großbritannien und Spanien aus dem Konflikt zurück. Es beginnt im engen Sinne die zweite französische Intervention in Mexiko. Die USA sind durch ihren Bürgerkrieg abgelenkt und können deshalb Mexiko nicht zur Hilfe kommen. 1864 wird dann das zweite mexikanische Kaiserreich mit Maximilian I. aus Österreich installiert. Mit diesem Schachzug möchte Kaiser Napoleon III. die Österreicher für sich einnehmen, die gerade im Krieg von 1859 im Zuge der Unabhängigkeit Italiens eine Niederlage haben einstecken müssen.

Der mexikanische Präsident Benito Juárez zieht sich zurück und leistet dem Kaiserreich Widerstand, ab 1865 mit zunehmendem Erfolg. Mit dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs erhält er Unterstützung durch die USA. Da Frankreich mit diesen nicht aneinandergeraten will, zieht es sich 1866 zurück. Ohne diese Unterstützung bricht das Kaiserreich zusammen, und Maximilian I. wird 1867 standrechtlich erschossen.

Derartige Interventionen sind in der Zeit nicht unüblich. Wegen einer Auseinandersetzung um Strandräuberei blockiert die britische Marine vom 1. bis 6. Januar 1863 Rio de Janeiro. In diesem Fall kommt allerdings eine andere Methode zum Zug, die insbesondere von den Manchesterliberalen propagiert wird: ein Schiedsgericht. Brasilien und Großbritannien einigen sich darauf, Belgien als Richter anzurufen. Belgien entscheidet schließlich zugunsten von Brasilien.

Ein ähnliches Verfahren wird auch 1885 im Fall der zwischen Deutschland und Spanien umstrittenten Karolineninseln verfolgt. In diesem Fall wird der Papst zum Richter bestellt, der sich zugunsten von Spanien entscheidet.

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