Berlin bei Nacht

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Alexander Moszkowski, 1912

Du kommst von fern als Fremder nach Berlin
Und kennst noch nicht die holden Nachtasyle,
Die freudespendend im Verborg’nen blühn,
Wie findest du sie in dem Weltgewühle?

Ganz einfach so: du folgst den Schritten sacht
Des Reichstagsmanns den die Provinz entsandte,
Bei Tag kämpft er fürs Volkswohl, doch bei Nacht
Bevorzugt er zumeist das Amüsante.

Des rechten Wegs ist er sich stets bewußt
Daß er niemals das schöne Ziel verfehle,
Zwei Seelen leben ach in seiner Brust:
Die Amorsäle und die Blumensäle.

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