Verkehr in Ducaten

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Die Presse (Wien), 13. Februar 1863

[Verkehr in Ducaten.] Bekanntlich sind die kaiserlich österreichischen Ducaten das Hauptzahlmittel in den Donaufürstenthümern und im levantinischen Handel. Nach beiden Richtungen werden anhaltend Ducaten benöthigt, und namentlich Über Triest findet ein ziemlich lebhafter Export in dieser Münze statt. Um den Bedarf an Ducaten zu decken, pflegen hiesige Wechsler und Bankhäuser fremde Goldmünzen oder Goldbarren zur Umprägung der hiesigen Münzstätte zu übergeben, bei welcher die geprägten Stücke meistens in einigen Tagen in Empfang genommen werden können. Wiederholt und erst in letzterer Zeit hat sich jedoch der Fall ergeben, daß am hiesigen Platze Ducaten in so großen Posten begehrt waren, daß das Münzamt nicht allen Anforderungen genügen konnte, und dies hatte nicht selten eine bedeutende, obwol ungerechtfertigte Steigerung des Curses für Ducaten zur Folge. Um nun die durch einen derartigen momentanen Bedarf bewirkten größeren Schwankungen des DucatenpreiseS zu vermeiden, ist die Nationalbank, wie der Corresp. des Lloyd hört, gesonnen, die von dem hiesigen Hauptmünzamte ausgestellten Probescheine über ihr zur Ausprägung in Ducaten übergebenes Gold gegen eine geringe Gebühr im vollen Betrage in solcher Münze einzulösen. Der Metallschatz der Bank wird hiedurch in keiner Weise alterirt, da die Bank für jeden von ihr verausgabten Betrag an Ducaten den Ersatz binnen wenigen Tagen gegen den eingelösten Probeschein bei dem Münzamte erheben kann. Uebrigens entspricht das von der Bank beabsichtigte Geschäft vollkommen den Bestimmungen der neuen Bankstatuten, da die Bank nach diesen berechtigt ist, Gold und Silber, gemünzt und ungemünzt, anzuschaffen und zu verkaufen.

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