Italien bringt seinen Haushalt in Ordnung

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Die Presse (Wien), 16. Februar 1863

Turin, 14. Februar, Abends. Der Finanzminister constatirt in der Kammersitzung, daß das Deficit bis zum 31. December 1862 den Betrag von 374 Millionen Lire erreicht habe. Zum Budget für 1863 beantragt derselbe ein Gesetz, welches die außerordentlichen Credite durch ein königliches Decret regelt. Er constatirt die Möglichkeit, das Gleichgewicht im Budget innerhalb des Zeitraumes von 4 Jahren herzustellen, und zwar mittelst einer Anleihe von 700 Millionen durch Verkauf der Domänengüter, Conversion vieler Güter der todten Hand in Rente, Erhöhung der Grundsteuer, Einführung der Militär-Steuer und des Octrois, Verkauf der Eisenbahnen, Einrichtung eines Bodencredit-Institutes, Reorganisirung der Bank und Reformen im Hypothekenwesen. Der Minister glaubt, es sei nothwendig, die politische Ruhe zur Regelung der Finanzen zu benutzen. Die Kammer nahm den Vorschlag des Ministers gut auf, die Debatte über die finanzielle Darlegung und die Anleihe erfolgt in der nächsten Sitzung.

Anmerkung

1863 ist Turin die Hauptstadt des Königreichs Italien, Rom noch ein Teil des Kirchenstaates.

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