Faxgerät 1863

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Berliner Gerichtszeitung, 26. Februar 1863

407px-Pantelegraph

— Durch die Erfindung eines Italieners Caselli ist es jetzt auch möglich Portraits und Handschriften zu telegraphiren. Die Portraits oder Handschriften werden auf kleine durchsilberte Papierblättchen gezeichnet. Am Ende eines electrischen Drahtes wird dann eine Platinanadel angebracht, mit welcher man die einzelnen Züge verfolgt. An dem andern Ende des Drahtes befindet sich eine eben solche Nadel. Durch die electrische Wirkung fährt diese über ein mit einer besonderen chemischen Lösung getränktes Papier und die Zeichnung oder die Buchstaben erscheinen in blauer Farbe wieder. Diese Erfindung ist von keiner geringen Wichtigkeit. Jedermann kann auf das von Caselli bereitete Papier, welches sich leicht leicht herstellen lassen soll, einen Brief schreiben und ihn auf das Büreau senden, von wo er dann im Original an jeden beliebigen Punkt des Leitungs-Netzes telegraphirt wird, Auch flüchtigen Verbrechern kann ihr Pertraie vorausgeschickt werden, so daß dieselben für die Polizeibeamten schon alte liebe Bekannte sind, die gern in Empfang genommen werden, wenn sie sich in Person auf einer Station einfinden.

Anmerkung

Bei der beschriebenen Erfindung handelt es sich um den Pantelegraphen, für den der italienische Physiker Giovanni Abbate Caselli 1855 ein Patent angemeldet hat. Er kommt ab etwa 1860 vor allem in Frankreich zum Einsatz als eine Art Faxgerät.

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