Besuch aus Zürich

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Lokomotive an der Oder, 10. März 1863

Der ehemalige preußische Lieutenant v. Beust, welcher sich seit 1849 als Flüchtling in Zürich aufhält und seit mehreren Jahren einem Erziehungsinstitut nach theilweise Fröbel’schem System vorsteht, hatte in den letzten Wochen bei dem preußischen Ministerium vergeblich um die Gestattung nachgesucht, in seine Heimat Wesel zurückkehren zu dürfen, um nach langer Trennung seine auf den Tod erkrankte Mutter noch einmal sehen zu können. Des vielen Hin- und Herschreibens endlich müde und der Gefahr immer näher gerückt, die brave Mutter vielleicht nicht mehr lebend anzutreffen, schlug Hr. v. Beust den kürzesten Weg ein, telegraphirte direkt an den König nach Berlin und bat um die betreffende Erlaubniß, die denn Tags darauf mit dem ausdrücklichen Bescheid eintraf: sich aller und jeglicher Theilnahme an politischen Dingen zu enthalten. Hr. v. Beust ist darauf nach Wesel abgereist.

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