Von Mecklenburg nach Timbuktu und zurück

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Berliner Gerichtszeitung, 21. März 1863

— Aus dem kleinen Städtchen Plau in Mecklenburg begab sich vor einigen Jahren ein Weißgerbergeselle auf die zunftmäßige Wanderschaft. Er gerieth nach Constantinopel, Teherean, trank sogar aus dem heiligen Brunnen von Mecka und drang bis in die Kaaba. Er wurde aber als verdächtig abgefaßt, war vorsichtig genug sich vor dem Pascha nicht durch sein Plau’sches Wanderbuch zu legitimiren, sondern gab sich für einen Engländer aus. Diese Nation kämpfte damals für den Halbmond gegen Rußland und unser Weißgerber war gerettet. Er erhielt den grünen Turban der Meckapilger und eine Paß, in welchem Mecklenburg als Provinz von England dargestellt war. Mit diesem Passe durchstreift er Afrika, trifft mit dem Preußischen Reisenden Professor Böhmer zusammen, dringt bis Timbuktu vor und läßt sich von seiner Sehnsucht zum Vaterlande wieder gen Plau ziehen. Hier aber werden dem Weitgereisten Paßscheerereien gemacht, wie man sie selbst in Timbuktu nicht kennt, da durch seine Wanderungen sein Wanderbuch in Unordnung gekommen. Wir wissen nicht, ob er bereits mit der Behörde sich abgefunden, aber seine Reisen sollen vom Professor Böhmer herausgegeben werden.

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