Hier irrt Günter Ederer

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Anfang des Monats setzte sich Günter Ederer mit Kritik von Karen Horn an der Ausrichtung der „Achse des Guten“ auseinander.  Los geht der Post mit einem Angriff auf Friedrich Naumann, der in dem erstaunlichen Vorwurf gipfelt:

„Er gründete einen „Nationalsozialen Verein“  und stimmte für Hitlers Ermächtigungsgesetz.“

Bei aller Kritik an Naumann, die wir ja durchaus auch anbringen würden: das kann doch einfach nicht sein! Der Herr starb 1919 und konnte deshalb aufgrund der Gnade des frühen Todes 1933 nicht für das Ermächtigungsgesetz stimmen. Unmöglich.

Ein paar Sätze weiter heißt es dann:

„Doch Nationalliberale wie Naumann können damit nicht gemeint sein, denn ihn verteidigt [Wolfgang] Gerhardt fast uneingeschränkt.“

Auch das stimmt nicht: Naumann war kein Nationalliberaler. Wiewohl es durchaus eine Überlappung zwischen der Ideologie der Nationalliberalen und des National-Sozialen Vereins gab, waren dies zwei unterschiedliche Gruppierungen. Naumann war einer der Gründer der Weimarer DDP und die Nationalliberalen traten in der Zeit als DVP auf (nicht zu verwechseln mit der ganz anders ausgerichteten Partei des Kaiserreichs gleichen Namens).

Vielleicht ist das alles etwas pedantisch. Niemand muß sich mit sowas auskennen. Aber wenn man andere, wie in dem Post, über Liberalismus unterrichtet, dann sollte man doch selbst Bescheid wissen. Die Verteidigung gegen den Vorwurf (dessen Stichhaltigkeit wir hier dahingestellt sein lassen wollen), fällt auch wenig überzeugend aus:

„Für [sic!] fühlen uns der Freiheit verpflichtet, kompromissloser, als dies Friedrich Naumann je war.“

Hauptpunkt also: Man ist ja liberaler als Friedrich Naumann. Aber wer ist das nicht?

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