Ist eine Pause eine Druckschrift?

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Die Presse (Wien), 1. Juli 1863

[Ist eine Pause eine Druckschrift?] Von Seite der k. k. Staatsanwaltschaft ist die Polizeibehörde neuerlich beauftragt worden, bei den Herausgebern hiesiger Local-Correspondenzen Erhebungen zu pflegen, auf welchem Wege das sogenannte Durchpausen von Correspondenzen vor sich gehe, und ob dabei eine Vervielfältigung auf chemischem und mechanischem Wege erfolge, sonach derlei Korrespondenzen alS Druckschriften zu betrachten sind, dann nach den Bestimmungen des Preßgesetzes zu behandeln seien oder nicht. Diese Erhebung wurden von Seite des Polizei-Commissariates Landstraße auch bereits bei der Correspondenz Riedl gepflogen. Wie diese Correspondenz vernimmt, soll im StaatSministerium, dem zunächst die Feststellung eines Princips in dieser Angelegenheit zukomme, von einer Seite die Ansicht ausgesprochen worden sein, daß Correspondenzen, so lange sie in Form von versiegelten Briefen blos Zeitungs-Redactionen zugehen, und ohne Benützung von Seite der letzteren gar nicht in die Oeffentlichkeit gelangen, noch nicht als Druckschriften, sondern einfach alS Manuscripte betrachtet werden sollen.

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