Kirchenbesuchs-Controle

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Die Presse (Wien), 1. September 1863

[Kirchenbesuchs-Controle.] Der Vorstand eines Amtes zu Feldkirch hat, wie die F. Z. berichtet, im Laufe dieses Jahres gewisse ihm unterstehende Beamte an die Pflicht erinnert, dahin zu  wirken, daß die den letzteren wieder untergeordneten Leute an Sonn- und Festtagen den Gottesdienst in den betreffenden Kirchen besuchen. Zur Controle darüber soll ein eigener Bogen mit der Ueberschritt: „Ueber den Besuch des Gottesdienstes“ — angelegt werden. In diesen Bogen haben von Seiten des betreffenden Vorgesetzten diejenigen eingeschrieben zu werden, welche jedesmal in den Gottesdienst zu gehen haben, und ist sogar die Zeit des Abgangs zum und der Rückkehr vom Gottesdienste beizüfügen. Der betreffende Kirchenbesucher hat den geschehenen Besuch durch seine Namensfertigung in der Rubrik „Anmerkung“ zu bestätigen. Wir bemerken nochmals, daß die anbezogene Verordnung nicht Anno Concordat, sondern, im Jahre 1863 erlassen wurde.

Anmerkung

Es ist vermutlich Feldkirch in Vorarlberg gemeint. Grundsätzlich kämen auch Feldkirch im Elsaß oder in Baden in Frage. Da „Die Presse“ in Wien erscheint, wäre in dem Fall allerdings das Land vermerkt worden.

„F. Z.“ ist üblicherweise die Abkürzung für die „Frankfurter Zeitung“, eine der bekanntesten Zeitungen in Deutschland mit einer demokratischen Ausrichtung.

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