Türkei gewährt Ungarn Asyl vor der Verfolgung durch die Österreicher

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„Dies zeigte sich im Falle der Türkei, die von ihrer Civilisation nicht so viel Rühmens macht wie andere Länder, als sie das Asylrecht politischer Flüchtlinge nach dem Scheitern der ungarischen Erhebung, gegenüber ihren mächtigeren Nachbarstaaten [d. h. Österreich und Rußland] nachdrücklichst vertheidigt. Die Pforte verweigerte der Oesterreichischen Regierung die 1849 von dieser begehrte Auslieferung Ungarischer Insurgenten, was um so ehrenvoller war, als sie im Hinblick auf die ihr von anderer [d. h. russischer] Seite drohenden Gefahren der Oesterreichischen Freundschaft ein großes Gewicht beizumessen hatte.

Unzweifelhaft hat dies mannhafte und kräftige Auftreten den Türken damals einen großen Theil der Europäischen Sympathieen erworben, und in der öffentlichen Meinung jene Stimmung hervorgerufen, die der Türkei bei dem Ausbruch des Orientalischen Krieges 1854 Unterstützung gewährte. Auch heute sollte es nicht vergessen werden, daß es eine muhammedanische Regierung war, die verfolgte Christen gegen den Zorn einer christlichen Regierung in Schutz nahm.

Aus: Franz von Holtzendorff: Die Auslieferung der Verbrecher und das Asylrecht, 1881 (Neuausgabe bei Libera Media).

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