Werden die Wahlen in den USA doch noch spannend?

Dieser Artikel wurde 738 mal gelesen.

Wir waren wohl fast die einzigen, die das letzte Mal Gary Johnson gecovert haben, als er 2012 als Präsidentschaftsbewerber der Libertarian Party ins Rennen ging. Letztlich bekam er nur etwa 1% der Stimmen und spielte keine Rolle bei der Entscheidung. Von daher gestehen wir ein, daß wir massivem Wunschdenken in unseren Artikeln verfallen waren.

Auf die Gefahr es wieder zu tun: Diesmal könnte Gary Johnson durchaus eine Chance haben, zumindestens den Ausschlag zu geben. Denkbar, aber deshalb natürlich nicht unbedingt sehr wahrscheinlich, wäre sogar, daß er selbst in die engere Wahl kommt. Die ersten greifbaren Zahlen sind jedenfalls dazu angetan, Gary Johnson nicht, wie Donald Trump es bereits ihm anzuheften versuchte, als einen „Fringe“-Kandidaten abzutun. Allein daß sich Trump so früh bereits Mühe gibt, den Konkurrenten unmittelbar zu attackieren, spricht Bände, wie wenig entspannt er in der Richtung sein kann. Die Reaktion von Johnson auf Trump war souverän und durchaus medienwirksam (siehe auch das ganze Interview bei CNN, in dem sich der sonst etwas hibbelige Johnson für seine Verhältnisse recht gut schlägt).

Nach Umfragen kann Gary Johnson, dessen Bekanntheit immer noch äußerst gering ist, durchaus punkten. Vermutlich erhält er dabei auch viel Zustimmung von denen, die ihn gar nicht kennen und eigentlich nur „jemand anders“ haben möchten. Mit diesem Vorbehalt sind die Ergebnisse allerdings immer noch weit beeindruckender als vor vier Jahren: mehrere Umfragen zeigen eine Zustimmung um die 10%. Das ist zwar noch nicht genug, um später im Jahr bei den Debatten dazugenommen zu werden — dazu bräuchte Johnson mehr als 15% — aber es ist auch nicht so weit davon entfernt, daß es nicht erreichbar scheint. Das war 2012 doch ganz anders.

Bis vor ein paar Tagen hing es noch in der Luft, ob Gary Johnson überhaupt von der Libertarian Party nominiert werden würde. Noch unsicherer war das für seine Wahl eines Vizepräsidentenkandidaten William Weld, was besonders im letzteren Fall durchaus seine Gründe hatte. Letztlich hat es dann doch geklappt, weil die Partei sich im Klaren war, daß man mit einem Duo von zwei in ihren Staaten populären Ex-Gouverneuren eine echte Chance hat, in der Debatte mitzumischen.

Wir steigen deshalb nun auch mit der Berichterstattung ein, die ab jetzt interessant zu werden verspricht oder von der wir das wenigstens erhoffen. Weitere Berichte folgen.

Stay tuned …

Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles, Amerika, Gary Johnson, Liberalismus, Wahlen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar