Kleines Update zu Gary Johnson

Dieser Artikel wurde 2466 mal gelesen.

Wie letztens berichtet, war die Zahl der neuen Likes für die Facebookseite von Gary Johnson deutlich angestiegen (etwa 30.000 pro Woche). Zwischenzeitlich fiel sie wieder zurück und momentan kommt sie auf das Niveau zurück und es sieht danach aus, als wenn sie sogar darüber ansteigen wird.

Was ebenfalls stark gewachsen ist, ist die Anzahl derjenigen, die über die Seite sprechen. Noch vor wenigen Wochen lag diese unter 100.000, jetzt sicher über 300.000. Auch bei Alexa sieht es für die Kampagnenwebsite nach einem kontinuierlichen Anstieg aus. Man liegt aber doch noch weit unten und ist wohl bei wenigen auf dem Radar.

Vorteilhaft war für Gary Johnson sicherlich der Auftritt auf CNN, wo er und Bill Weld einen „Townhall“-Termin bekamen mit Fragen aus dem Publikum und fast einer Million Zusehern. Etwas erstaunlich, daß das sonst stramm demokratische CNN hier Softball spielen will. Aber dahinter könnte vielleicht die Überlegung stecken, daß man Trump eher schadet, oder man möchte etwas Spannung in den Wahlkampf bringen und eine Geschichte entwickeln. Hier sind die vier Teile des gesamten Programms via Libertarian Party: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.

Inhaltlich hatte der Auftritt ein paar Durchhänger. Zum Beispiel wurden recht lahme Positionen angeboten, wo man hätte weitergehen sollen. Aber dann ist das Ziel hier auch eher, Leute interessiert zu machen und den „Median Voter“ zu jagen, der schnell verschreckt wäre. Aber selbst wenn man das zugesteht, war so manches unkonturiert, schlecht rübergebracht und widersprüchlich. Einziger Trost: in praktisch allen Punkten besser als die Konkurrenz (oder auch jede Partei in Deutschland und auch besser als Ron Paul oder erst recht Rand Paul).

Das Ziel könnte aber vielleicht doch erreicht worden sein, mit dem Gary Johnson in die Sendung ging: eben nicht als extrem zu erscheinen und als sympathischer Kandidat. Viel kritisiert wurde seine sanfte Haltung den beiden anderen Kandidaten gegenüber. Aber eigentlich zeichnet ihn das aus, sich nicht in die Schlammgrube zu stürzen. Das war auch schon sein Erfolgsrezept bei seinen Kandidaturen in New Mexico: niemals den Gegner persönlich angreifen.

Eher irritierend wirkte dabei je nachdem Bill Weld, der sich das Programm von Johnson kaum angeschaut zu haben scheint und als gemäßigter Republikaner rüberkommt, der etwas gegen Trump hat und das auch persönlichnimmt. Nicht die schlimmste Position, aber auch nicht beeindruckend, insbesondere wenn die Widersprüche der beiden offensichtlich werden und Weld Johnson konterkariert. Dafür kommt er telegener rüber, während Johnson überkonzentriert und überbemüht ist, was eher nach hinten losgeht, besonders wenn er immer wieder dieselben Formulierungen hintereinanderreiht, sich dabei dann aber auch noch öfters verhaspelt.

Die Chancen zu gewinnen, sind immer noch minimal, wenn auch vielleicht nicht null. Daniel Pearson bei Cato hat eine optimistische Sicht darauf: Jesse Ventura and Gary Johnson. Allerdings ist Jesse Ventura vielleicht noch telegener als Donald Trump und kann von daher allein als Person schon ziehen. Er hat auch einen sehr hohen Unterhaltungswert. Johnson kommt dagegen blaß rüber, was aber vielleicht auch kein Makel sein muß, wenn er sich damit wohltuend von schillernden Konkurrenten abhebt.

Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles, Amerika, Gary Johnson, Wahlen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar