Freizügigkeit: Anspruch auf Wiederherstellung eines angeborenen Menschenrechts

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„Gehen wir nun, nach diesem Ueberblick der verschiedenen gesetzlichen Institutionen, wie sie sich, in buntester Mannigfaltigkeit und doch mit gewissen gemeinschaftlichen Grundanschauungen, in den einzelnen deutschen Staaten entwickelt haben, über zu der Betrachtung ihres Verhältnisses zu der Freizügigkeit (die eigentlich kein politisches Recht ist, sondern eine Negation vernunftswidriger Beschränkungen und der Anspruch auf Wiederherstellung eines angeborenen Menschenrechts, eine Forderung, welche sich aus dem sozialen und wirthschaftlichen Charakter der menschlichen und bürgerlichen Gesellschaft ergiebt), so wird man vielleicht erwarten, dass wir eine Begründung und Rechtfertigung dieser Forderung der Freizügigkeit vorausschicken.

Allein wir glauben dies aus mehreren Gründen unterlassen zu können. Erstens verhält es sich mit dem Beweise der Nothwendigkeit der Freizügigkeit etwa eben so, wie mit dem Beweise, dass man berechtigt ist, mit seinem eigenen Auge zu sehen, oder mit seiner eigenen Nase zu riechen. Er ist eben so leicht und eben so schwer zu führen, wie dieser; und es kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass Derjenige, welcher Beschränkungen einer natürlich-menschlichen und allgemein-bürgerlichen Freiheit verlangt, seinerseits den Beweis der absoluten Nothwendigkeit derselben zu führen hat.“

Karl Braun: Studien über Freizügigkeit, 1863, S. 54-55 (S. 24-25 der Neuausgabe):

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