Unterstützung für die Opposition gegen Bismarck

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Neue Freie Presse (Wien), 7. Januar 1885

Während allmälig der Adressensturm für den Fürsten Bismarck erstirbt, sind jetzt Vertrauenskundgebungen für die Majoritäts-Mitglieder des deutschen Reichstages in Betreff des Votums vom 15. December zu verzeichnen. Eine vorgestern in Berlin abgehaltene Arbeiter-Versammlung sprach in einer einstimmig gefaßten Resolution ihr Einverständniß mit der Abstimmung der Majorität aus, und der Abgeordnete Bamberger erhielt, wie bereits telegraphisch erwähnt, von seinen Alzeyer Wählern eine Vertrauens-Adresse, worin die Erwartung ausgesprochen wird, daß die Abgeordneten der Deutsch-freisinnigen Partei fortfahren werden, die Rechte des Volkes und des Parlaments in ruhiger und sachlicher Weise zu wahren.

Hintergrund

Am 15. Dezember 1884 verweigert die Mehrheit des Reichstags Bismarck eine zweite Direktorenstelle im Auswärtigen Amt. Der Reichskanzler schaltet sich in die Debatte ein: er deutet seinen Rücktritt an und stilisiert die Frage zu einer, die die Sicherheit Deutschlands bedroht. Im Nachgang setzt eine Kampagne von Seiten seiner Anhänger gegen die Opposition ein, insbesondere gegen die Freisinnigen.

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