Wie die SPD Schlecker retten könnte

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von Henning Helmhusen

Es ist ja immer sehr leicht, das Geld anderer Leute auszugeben und sich dann mit seinem Großmut zu brüsten. Das brauchen wir den Sozialdemokraten wohl nicht zu erklären. Und so wollen wir nun einmal einen Vorschlag unterbreiten, wie Schlecker doch noch zu retten wäre.

Wie wir der Presse haben entnehmen können, ging es zuletzt darum, ob der Milliardär Nicolas Berggruen bei Schlecker einsteigt. Liebe Sozialdemokraten, das wollt Ihr Euch doch wohl nicht bieten lassen, daß eine solche Heuschrecke hier so verheerend wirkt wie bei Karstadt? Nein, das darf nicht passieren!

Wenn Ihr Euch nicht entscheiden könnt, dann tun wir das mit Freude für Euch, weil wir einfach so gute Menschen sind. Die letzten Gebote für Schlecker beliefen sich auf etwa 100 bis 150 Millionen Euro. Das ist doch wirklich Peanuts für die große Sozialdemokratische Partei mit Gesamteinnahmen von über 160 Millionen Euro im Jahr. Teilen wir den Betrag einfach mal durch die Anzahl der Mitglieder, etwa 500.000, so sind das schlanke 200 bis 300 Euro pro Genossen. Also nun mal Butter bei die Fische, „put your money, where your mouth is“.

Wir sind natürlich wie Ihr in solchen Fällen für eine total freiwillige Lösung. Nur, wenn das Geld nicht zusammenkommt, dann muß eben mit einer Sozialdemokratensteuer nachgeholfen werden. Das ist kein Zwang, sondern, wie gesagt, die pure Freiwilligkeit. Und für die Unternehmenslenkung — auch das ist leicht — habt Ihr ja jede Menge erfahrener Leute zur Verfügung. Allein wenn Herr Wowereit sich bei Schlecker um die Planung kümmern würde, ist bloß der Himmel die Grenze. Start vielleicht nur um ein Jahr verschoben.

Nun werdet Ihr Sozialdemokraten bestimmt einwenden, daß das einer Strafe gleichkommt, Sozialdemokrat zu sein. I wo! Wir nehmen Euch da beim Wort: Steuern auf etwas haben doch nie den Effekt, daß von einem Gut weniger produziert wird. Und von so schnödem Profitdenken wird sich doch ein Genosse nicht anfechten lassen. Das können wir also zu den Akten legen.

Oder was ist mit den weniger gut gestellten Sozialdemokraten, die sich die 200 bis 300 Euro vom Mund absparen müssen? Bei einem Durchschnittsalter von 58 Jahren ist Eure Partei ja gewissermaßen schon im Vorruhestand. Auch hier haben wir eine elegante Lösung für Euch ausgearbeitet: die starken Schultern müssen dann in Eurer Partei mal etwas mehr tragen.

Beispielsweise sollten Andrea Nahles oder Sigmar Gabriel mit einem Einkommen von mindestens 14.668 Euro im Monat. Kurt Beck mit einem Einkommen von 15.239 Euro und Hannelore Kraft mit 20.092 Euro die innerparteiliche Solidarität stärken. Und dann könntet Ihr ja auch die Hundertausende von Euros einschießen, die Euch Deutsche Bank, Commerzbank, Daimler, Allianz, BMW oder Porsche über die Jahre gespendet haben oder ein paar Unternehmensbeteiligungen versilbern.

Und wenn unser sanfter Druck hier nicht das gewünschte Ergebnis zeitigt, dann haben wir eine Geheimwaffe im Tornister, dann schreibt Günter Grass nämlich ein Gedicht zur Schleckerrettung. Sagt nicht, wir haben Euch nicht gewarnt!

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