Verbietet endlich Facebook!

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von Henning Helmhusen

Ich bin wirklich langmütig. Aber was zu viel ist, ist zu viel.

Zugegeben, das weltweite Interweb hat auch manches Gute gebracht, wie beispielweise einen Vorwand für die Öffentlich-Rechtlichen, die GEZ-Gebühren anzuheben. Oder bequem von zuhause die Öffnungszeiten von Behörden abzufragen. Doch in letzter Zeit mehren sich bedenkliche Entwicklungen, die auch eingefleischte Techniknarren zum Nachdenken angeregt haben.

Um nur ein Beispiel zu nennen: Jedesmal, wenn ich meinen Rechner mit dem Schraubenzieher ausschalte, stürzt mir Word ab, und Kolumnen, an denen ich lange und mühevoll gearbeitet habe, werden auf Nimmerwiedersehen in die Datennetze abgesaugt.

Oder Google. Wie ich gehört habe, sammeln die alle meine Daten und verkaufen sie zu horrenden Preisen an multinationale Konzerne, die sie dann in Nullen und Einsen umwandeln und an irgendwelche Hedgefonds verscherbeln. Und am Schluß werden die Informationen einfach gelöscht, weil sich bei dieser ungeheuren Datenflut keiner für mich interessiert.

Doch nun hat Facebook wirklich den Vogel abgeschossen. Viele Leser werden bestimmt nicht wissen, was sich hinter diesem schillernden Begriff verbirgt. Dabei sagt der Name eigentlich schon alles. Auf entmenschlichte Weise werden hier quasi Gesichter („faces“) in ein Buch („book“) gepreßt.

Und das sind nicht einfach irgendwelche Gesichter, sondern die Gesichter von ganz konkreten Menschen. Als Mitglied wird man nämlich gezwungen, nicht nur ein Gesicht zu haben, sondern auch sogenannte „Likes“ (ein englischer Begriff für Vorlieben) für oft zweifelhafte Belange auszusprechen. Daß hier die totale Vereinsamung unserer Gesellschaft droht oder eigentlich schon Wirklichkeit geworden ist, stört dabei niemanden. Bei Facebook zählt halt nur der Profit, und das ohne Rücksicht auf Verluste.

Wie unerbittlich die Marktstrukturen arbeiten, zeigen insbesondere die Facebook-Partys, die in der letzten Zeit so viel von sich reden gemacht haben. Denn, wenn die Einsamkeit der Gesichtsbüchler bis zum Unerträglichen sich gesteigert hat, schlägt die latente Gewalt in offene Begegnungen um. Entfremdete Konsumsklaven versammeln sich an willkürlichen Orten und wollen plötzlich ihren Spaß haben, der sich einzig als Surrogat verdinglichen läßt, wie ich nur zu gut aus meiner Proseminararbeit über postmoderne Medienkritik weiß.

Und nicht nur das: die Facebook-Partys kündigen auch unseren gesellschaftlichen Konsens auf. Seit wann darf man sich einfach ohne Anmeldung oder Genehmigung friedlich und ohne Waffen versammeln? Es ist gerade so, als wenn wir nichts aus der Geschichte gelernt hätten. Hat so nicht einmal ein kleiner Gefreiter aus Braunau mit seinen SA-Horden angefangen? Und wissen wir nicht, wo das hingeführt hat? Doch.

Aus all diesen Gründen bleibt mittlerweile nur noch ein Mittel: Facebook muß verboten werden, und zwar so schnell wie möglich. — Wehret den Anfängen, solange es noch nicht zu spät ist! Oder twittert diesen Artikel an alle in Euren Circles!

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