Wirkliche Globalisierung

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„Nicht nur jeder Deutsche, sondern jeder Mensch hat das Recht, nicht wie ein Hund weggejagt zu werden.“ — Eduard Lasker in der Debatte über die Abschaffung von Beschränkungen für die Einwanderung in den Norddeutschen Bund, 1867

Seit dem zweiten Weltkrieg wurden die Grenzen wesentlich durchlässiger für Waren, Dienstleistungen und Kapital. Nicht perfekt aus freihändlicher Sicht, aber doch eine sehr positive Entwicklung in die richtige Richtung. Aber die Globalisierung ist leider unvollständig: die Grenzen bleiben weiterhin fest verschlossen für Arbeit, d. h. für Menschen aus armen Ländern, die gerne in reicheren Ländern arbeiten möchten.

Michael Clemens vom Center for Global Development erklärt in dieser hervorragenden Präsentation, was das für die Armen in der Welt bedeutet. Ihnen wird der wesentliche Weg genommen, auf dem sie ihr Los dramatisch verbessern könnten. Während die Apartheid in Südafrika ganz zu recht Empörung auslöste, bei der Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe daran gehindert wurden, ihr Leben zu verbessern, wird es einfach hingenommen, daß im globalen Maßstab genau dasselbe passiert, nur weil Menschen aus dem falschen Land kommen.

Michael Clemens geht Einwände fundiert an, die häufig gegen offene Grenzen vorgebracht werden: Einwanderung führt nicht zu Arbeitslosigkeit, die Auswirkung auf inländische Löhne ist marginal, ja vielleicht sogar positiv und Mobilität für Arbeit wäre ein sehr großer Beitrag, die Armut in der Welt zu lindern: Nach verschiedenen Untersuchungen würde sich ohne Grenzen das Bruttosozialprodukt der Welt verdoppeln.

 

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