Das Bier bestimmt das Bewußtsein

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aus der Freisinnigen Zeitung vom 28. Mai 1891

Die sozialdemokratischen Agitatoren, welche sich in großer Zahl in der letzten Zelt als Kneipwirte aufgethan haben, empfinden sehr unliebsam die Konkurrenz der Brauereien durch den Flaschenbierhandel. Ein Verein der sozialdemokratischen Wirte verlangt deshalb eine Besteuerung des Flaschenbierhandels. Namentlich war es der Kneipwirt Stadtv. Zubeil, der energisch für die Besteuerung eintrat und eventuell mit einem „Boykott“ der gesamten Arbeiterschaft gegen die Brauereien drohte. Restaurateur Gründel hatte den Mut, seinem Kollegen deshalb den Text zu lesen. „Das ginge doch über die Hutschnur, die Arbeiter veranlassen zu wollen, den sozialdemokratischen Budiken und Kellern treu zu bleiben; die Sozialdemokraten können hier keine Hilfe leisten, denn sie müßten es mit den Konsumenten halten.“ Schließlich einigte sich die Versammlung dahin, eine Kommission zu ernennen, welche die Prüfung des Flaschenbierhandels vornehmen soll.

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