Können Staaten Schulden abbauen? (III)

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Wir haben hier schon einmal zwei Beispiele angeführt, daß Staaten durchaus bei entsprechender Willigkeit in der Lage sind, massiv Schulden abzubauen:

Interessant ist beim letzten Beispiel besonders die Phase nach dem zweiten Weltkrieg. Merh als 10 Millionen Soldaten und 1 Million Bürokraten stürmten auf den Arbeitsmarkt, die Staatsausgaben gingen um etwa zwei Drittel zurück und der keynesianische Ökonom Paul Samuelson warnte vor “the greatest period of unemployment and dislocation which any economy has ever faced.”

Wie Arnold Kling in dem unten zitierten Artikel „It Can Happen Here“ erläutert, sollte nach den Annahmen der heutigen Regierung ein solcher Staatsabbau einen Einbruch der Wirtschaft um 40% zur Folge haben. Doch was geschah wirklich? Die amerikanische Wirtschaft wuchs um 10%!

Und hier nun drei weitere Beispiele, bei denen der Schuldenabbau ebenfalls bei gleichzeitig starkem Staatsabbau erfolgreich war: Neuseeland, Australien und Kanada (allerdings mit einem ernüchternden Schuldenaufbau in den letzten Jahren, wiewohl von sehr niedrigem Niveau aus).

Besonders beeindruckend ist hierbei Neuseeland. Der Schuldenabbau ging mit einem Abbau der Staatsquote von 45% auf 27% und des Spitzensteuersatzes von 66% auf 30% einher. Gleichzeitg sank die Arbeitslosigkeit von 9% auf 3%. Nach 23 Jahren Defiziten hatte der Staat 17 Jahre lang Haushaltsüberschüsse.

Wie Maurice McTigue, selbst an den Reformen beteiligt, im selbigen Artikel ausführt, waren die Zutaten zu diesem Wirtschaftswunder:

  • Umfassende Privatisierungen: Fluglinien, Flughäfen, Häfen, Versicherungen, Eisenbahnen, Forsten, usw.
  • Zusammenschrumpfen der Bürokratie: Abbau um etwa zwei Drittel im Mittel, teilweise (fast) komplette Beseitigung von Behörden, z. B. von 17.000 Beamten des Forstministeriums auf 17.
  • Anreize für effiziente Verwaltung: befristete Verträge für Führungspositionen, Kündbarkeit nur wegen Nichterreichen von definierten Zielen, wodurch politischen Besetzungen entgegengewirkt wurde
  • Steuersenkungen: Abschaffung von unter anderem Kapitalertrags-, Erbschaftssteuern und Zöllen, insgesamt Halbierung der Steuerraten und Vereinfachung der Steuererhebung, sodaß zwei Drittel der Bürger keine Steuererklärung abgeben müssen

Für mehr Information siehe: Arnold Kling, Maurice McTigue, David Henderson: It Can Happen Here, in Reason Magazine 

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