Merkel und Hollande einigen sich auf Rettungspaket für die DDR

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von Henning Helmhusen

Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kapitalismus. Alle Mächte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet, um ihm das Handwerk zu legen. Hatten sie eben erst Griechenland, Portugal, Irland und Spanien aus den Klauen des Marktes gerettet, so nahm nun die Bestie einen weiteren Staat ins Visier: die Deutsche Demokratische Republik. Insider streuten das haltlose Gerücht, diese sei bankrott, nur um gleichzeitig an Leerverkäufen von Club-Cola zu profitieren, und dazu auch noch mit windigen Credit Default Swaps auf Robotron.

Am Freitag sah es beinahe so aus, als wenn die DDR von den Spekulanten in die Zahlungsunfähigkeit getrieben würde. Der Ost-Berliner Leitindex VEB markierte mit einem staatlich festgelegten Zwangsumtausch von 1:1 wieder das seit Jahrzehnten anhaltende Dauertief. Doch dann ergriffen die Mächte des alten Europas, angeführt von Angela Merkel und François Hollande, den Mantel der Geschichte und gingen in die Offensive. Nur wie war es zu dieser bedrohlichen Lage gekommen?

Beginnen wir am Anfang: Wie allgemein bekannt, trafen sich eines Nachts auf einem Prager Friedhof die Abgesandten der führenden Hedgefonds, um ihr Vorgehen an den Finanzmärkten abzustimmen. Einer ihrer perfiden Pläne war es dabei, den Staaten solange Geld hinterher zu werfen, bis diese die Rückzahlung verweigern würden. Dies sollte der Hebel sein, um die sozialen Errungenschaften Europas zu zerstören. Und das hervorragende Ziel in diesem Plan war natürlich die Deutsche Demokratische Republik, der erste Arbeiterbonzenstaat auf deutschem Boden.

Daß ein Staatsbankrott mitten in Europa zu unabsehbarem Chaos geführt und die Menschen in Armut gestürzt hätte, versteht sich ganz von selbst. Von daher war es alternativlos, daß Angela Merkel und François Hollande zur Rettung der DDR einschreiten mußten, bevor die Märkte am Montag öffnen. In fieberhaften Nachtsitzungen gelang es ihnen mit dem Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker und Vertretern des Internationalen Währungsfonds einen Plan zu schmieden. Danach sollen die Schulden der DDR komplett von der BRD übernommen werden. Im Gegenzug verpflichtet sich die Ost-Berliner Führung zu einem weitreichenden Konsolidierungsprogramm. So sollen Vermögensgegenstände von „Reichen“ beschlagnahmt und in den Westen verkauft werden. Auch an die Ausgabenseite will man gehen, so beispielsweise mit einem langsameren Ausbau der Grenztruppen und der Staatssicherheit.

Wieder einmal konnte hier eine Katastrophe nur in letzter Minute abgewendet werden. Und wir alle atmen auf, daß nun alles so weitergehen kann wie bisher!

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