Aufatmen, Eurokrise gelöst!

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von Henning Helmhusen

Nun wird endlich klar, woher der luxemburger Premierminister Jean-Claude Juncker die Selbstsicherheit nahm, seine deutschen Pendants anzupfeifen: Herr Juncker hat die Lösung der Euro-Krise in der Tasche.

Eigentlich ist alles wieder ganz einfach. Luxemburg wird in ein Good Luxemburg und ein Bad Luxemburg aufgespalten. Alle Vermögenswerte des alten Luxemburgs werden auf das Good Luxemburg übertragen. Und das Bad Luxemburg übernimmt eine unbegrenzte Garantie aller europäischen Staatsschulden, seitdem Deutschland überfordert ist und Finnland die Markenrechte für die Währung „Mark“ als Sicherheit verlangt!

Um den Kapitalbedarf der anderen Staaten zu decken, sollen zudem vom Bad Luxemburg sogenannte „Juncker-Bonds“ (Werbespruch: „Junk Bonds war gestern“) emittiert werden. Für die Werbekampagne hat man sich schon Manfred Krug und Christoph Gottschalk gesichert, die für die Seriosität der Anlage einstehen sollen. Und auch prominente Fonds, wie der Fonds Deutsche Einheit, der Reptilienfonds und verschiedene Rettungfonds und -schirme haben bereits Interesse verlauten lassen.

Damit ist die Euro-Krise eigentlich schon wieder mal vollständig gelöst. Aber es gibt doch noch einige Skeptiker und Miesmacher. Was wenn etwa anonyme, konspirative und überdies hochgeheime Hedgefonds sich verschwören, um das Bad Luxemburg anzugreifen und ganz offen dessen Anleihen nicht zu Phantasiepreisen zu kaufen? — Auch hier hat Jean-Claude Juncker eine Antwort parat: Dann schieben wir es auf die bösen Investmentbanker, die uns das Konstrukt aufgeschwatzt haben, das wir sowieso nicht verstehen. Wir regulieren die nur, woher sollen wir wissen, was die machen!

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