Wollt Ihr das totale Recycling?

Dieser Artikel wurde 2341 mal gelesen.

von Henning Helmhusen

Können wir jemals zu viel für die Umwelt tun? Eigentlich nicht. Kaum hatten wir gemeint, uns ein kleines Lob für großen Einsatz verdient zu haben, da werfen sich schon ein paar Robbenbabies vor unsere Füße und flehen uns mit ihren Kulleraugen an: „Tut mehr!“ Deshalb nun aus der letzten Wachstumsbranche einige der innovativsten Ideen:

Aus Castrop-Rauxel meldet sich mit Zeigefinger die „Aktion Sauberer PC“ zu Wort. Die Gruppe bemängelt, daß aller Datenmüll unterschiedslos in ein und denselben Eimer wandert und auf völlig unkontrollierte Weise auf der Festplatte entsorgt wird. Das mindeste sei hier eine weitere gelbe Tonne, in die Verpackungen wie die Rahmen um Emails wandern sollten.

Eine viel ernstere Lücke haben jedoch französische Umweltschützer entdeckt. Als „postmodernes Recycling“ schreiben sie sich eine Wiederverwertung überholter Ideen auf die Fahnen. Besonders dringlich sei dabei das Recycling des „Nichts“.

Mit weit profaneren Dingen schlägt sich hingegen Baden-Baden herum. Nicht zu unrecht regt sich dort die Initiative „Goldener Mülleimer“ über achtlos weggeworfenen Schmuck, Goldbarren und Silberbestecke auf. Abhilfe verspricht man sich von gleichnamigen Sammelbehältern, in die solcher „Edelmüll“ von den Bürgern zu werfen ist.

Doch eines fehlt noch. Wer kennt nicht die verzwickte Frage, in welchen Mülleimer eigentlich Geldscheine kommen? Wegen der eingearbeiteten Metallstreifen verbietet sich für jeden ökologisch bewußten Menschen eine Entsorgung im Altpapier. Für den Restmüll sind sie bei so viel Wertstoff allerdings auch zu schade.

Die gute Nachricht: Ich habe ein sehr wirksames Recycling-Verfahren entwickelt, das ich leider aus patentrechtlichen Gründen soweit noch geheimhalten muß. Wer nicht länger zuhause in Bergen von Geldscheinen versinken will, kann sie mir bis zum Aufbau des „Monetären Systems Deutschland“ schicken. Ich werde mich um den Rest kümmern. Versprochen.

Dieser Beitrag wurde unter Henning Helmhusen, Satire, Umwelt veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar