Keine Freiheit ist einem Volke jemals geschenkt worden

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Keine Freiheit ist einem Volke jemals
geschenkt worden. Jede Freiheit, die von
oben gegeben wurde, mußte entweder
im Kampfe behauptet oder im Kampfe
wieder errungen werden.
Eugen Richter im Reichstag, 1879

 

Die Deutschen haben mit der Niederlage im Zweiten Weltkrieg die Freiheit von den westlichen Allierten geschenkt bekommen. Und wie wir aktuell sehen, haben sie sie sich noch nicht verdient.

Leider zeigten die letzten Tage, wie viele es in diesem Lande gibt, die die Freiheit der Rede, selbst in der flauen Form des Grundgesetzes, wieder zurückgeben wollen, wenn die westlichen Erziehungsberechtigten nicht dazwischengehen.

Man muß sich einmal den Ablauf vergegenwärtigen: Möglicherweise ohne vorhergehende Demonstrationen wird die amerikanische Botschaft direkt angegriffen und der Botschafter ermordet. Als Erklärung wird irgendwo nachgeschoben, daß es um einen Film ginge.

Und als nächstes bricht in Deutschland eine Debatte los, wie man die Freiheit der Rede vorauseilend am schnellsten aufgibt. Konservative wie Innenminister Friedrich werden ganz sensibel für islamistische Befindlichkeiten und die „Bürgerrechtsliberalen“ von den Grünen, ihnen voran Claudia Roth, die doch als Abschreckung Wunder wirken könnte, reichen ihm dabei die Hand.

Und das alles für die Illusion von ein bißchen Sicherheit. Doch jede Freiheit, die von oben gegeben wurde, mußte im Kampfe behauptet oder im Kampfe wieder errungen werden. Oder um es mit Benjamin Franklin zu sagen:

Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.

Auch wenn es in den USA einige sehr schwache Reaktionen gab, etwa staatlicher Druck auf YouTube, riß dort nicht eine derartige Prostration vor blanker Gewalt ein wie in Deutschland. Hat denn das Wegducken bisher so gut funktioniert? Hat Sankt Florian die deutsche Botschaft im Sudan etwa nicht gefunden?

Uns leuchten viel mehr die Argumente von Ilya Somin bei Volokh Conspiracy ein, wie er sie in seinem Artikel: Just Say No to Terrorism entwickelt. Fast noch interessanter fanden wir die sich daraus entspinnende Diskussion in den Kommentaren. Neben dem auf seine brutale Art durchaus amüsanten Beispiel, wie die Sowjets 1985 auf eine Entführung durch die Hizbollah reagierten (und nein, wir befürworten nicht, gegen Unbeteiligte vorzugehen), gefiel uns am besten der Vorschlag eines Kommentators, gegen religiöse Allergien eine Desensibilisierungstherapie zu verfolgen:

So how to determine if a newspaper doesn’t print „prophet“ cartoons because there is no reason to, or rather because they are making a concession to terrorism? My answer is: if you are aren’t sure, play it safe (for your soul) and be offensive. The NYT should print cartoons (said to be) offensive to Muslims every day until said Muslims are too desensitized and bored to make threatening responses.

Oder die Franzosen zum Vorbild nehmen. Wir freuen uns schon auf die neuen Karikaturen von Charlie Hebdo. Die alten in „Charia Hebdo“ fanden wir sogar noch besser als die dänischen Karikaturen. Die Titanic wäre wohl zu feige dazu, lieber am harmlosen Papst abreagieren.

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Eine Antwort auf Keine Freiheit ist einem Volke jemals geschenkt worden

  1. eugen sagt:

    Unsere Vorhersage zu Titanic war falsch, aber doch nicht ganz. Immerhin traut man sich wohl, überhaupt das Thema im weitesten Sinne anzuschneiden:

    http://www.welt.de/newsticker/news3/article109369339/Titanic-Chefredakteur-will-Muslimen-umstrittenes-Cover-erklaeren.html

    Ein düster schauender Turbanträger sticht mit der einen Hand von hinten mit einem falschrum gehaltenen Säbel in Richtung von Bettina Wulff, die er mit der anderen Hand begrapscht. Die Schlagzeile behauptet dann, diese drehe einen Mohammedfilm.

    Nun ja, wie die eine Karikatur von Charlie Hebdo:

    http://www.barenakedislam.com/2012/09/19/bravo-charlie-hebdo-offending-muslims-as-they-offend-everyone-else-and-never-apologizing-for-it/ibfdq4gc7p6ub1/

    Alles kann ein Vorwand sein, den Propheten beleidigt zu sehen, selbst Bugs Bunny. Insofern scheint der ganze Mut der Titanic darin zu bestehen, das Wort „Mohammed“ aufzugreifen, ohne sich sogleich mit Vorsilben wie „Schmäh-“ 100% auf islamistische Seite zu stellen. Eine inhaltliche Kritik an Islamisten oder sogar dem Propheten ist nicht drin. Dafür muß Frau Wulff als Blitzableiter dienen. Hätte man nicht noch den Papst ins Spiel bringen können?

    Vielleicht ist es schon so weit, daß das mutig ist. Von daher wollen wir die Titanic nicht zu sehr schelten. Beeindruckt sind wir allerdings auch nicht, wenn die Titanic der Dritte im Bunde mit den anderen beiden sein möchte, die nur servile Hofberichterstattung für zulässig halten.

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