Sollten wir Voltaire, Dante und Mickey Mouse auch verbieten?

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von Henning Helmhusen

Wir sollten viel sensibler werden, wenn es um die Gefühle eines Mobs geht, der haßverzerrt mit Mord droht (und den wir durchaus nicht mit den Moslems oder gar allen, die bloß aus einem moslemischen Land stammen, verwechseln!). Wenn wir eines in den letzten Tagen gelernt haben, dann das. Und Nachhilfe gab uns dabei eine bunte Koalition von Grünen bis CSU, allen voran der „liberale“ Außenminister.

Aber warum bei „Innocence of Muslims“ oder Charlie Hebdo stehenbleiben? Es gibt noch viel mehr zu tun. Und zwar sollten auch folgende Werke in Deutschland verboten oder doch mit staatlichen Hinweis auf mögliche Konsequenzen ganz „freiwillig“ aus dem Verkehr gezogen werden:

Dante: Die Göttliche Komödie. In dieser Schmähschrift des florentinischen Schmierfinken treffen wir im neunten Kreis der Hölle nicht nur Mohammed, sondern auch Ali, die von einem Teufel unablässig Gliedmaßen abgehackt bekommen. Nimmt das Rücksicht auf sensible Islamisten? Mitnichten! Deshalb weg mit solchem Schund. Soetwas sollte nicht mehr in deutschen Buchhandlungen angeboten werden. Wir würden uns ansonsten schuldig machen, wenn irgendein Irrer das zum Vorwand nimmt, Italiener anzugreifen.

Voltaire: Mahomet. Le fanatisme ou Mahomet le Prophète. In dieser Schmähschrift des französischen Schmierfinken geht es, wie der katholische Zensor Crébillon schon 1742 feststellte, nur um „Ungeheuerlichkeit voller Schändlichkeiten, Ruchlosigkeiten, Unglauben und Gottlosigkeit“. Das Stück wurde deshalb 1742 vom Spielplan abgesetzt und war aus Rücksicht auf verletzte religiöse Gefühle wenigstens bis 1751 in Frankreich verboten. Auch wir müssen hier aus der Geschichte lernen. Solcher Schund sollte auf deutschen Bühnen nicht mehr gezeigt und nicht einmal in Buchform verbreitet werden. Das sind wir den Franzosen einfach schuldig, die sonst wegen uns zu Opfern werden könnten.

Mickey und Minnie Mouse. Diese Schmähfiguren unterstehen sich nicht, Bart und Schleier anzulegen, um auf den Gefühlen von Leuten herumzutrampeln, die aus Liebe zu ihrem Propheten Kinos anzünden. Das haben faire ägyptische Gerichte schon vor unserer lahmen Justiz verstanden. Auch in Rußland ist man bereits gegen diese Schurken vorgegangen, die zudem christliche Gefühle beleidigen. Kein Blut für Öl ins Feuer gießen!

Und wenn wir schon mal dabei sind: auch die Bilder von M. F. Hussain sollten in Deutschland verboten werden, damit es nicht zu Ausschreitungen von Hindufundamentalisten wie in Indien kommt. Wehret den Anfängen!

Oder viel einfacher: Wir machen eine Positivliste, die wir uns von jedem Mob der Welt als unbedenklich absegnen lassen.

Ruhe erste Bürgerpflicht!

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