Die Wahlergebnisse für Berlin

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Erster Wahlkreis

  • Ludwig Loewe, Deutsche Fortschrittspartei: 8.717 Stimmen (57,1%)
  • Max Liebermann von Sonnenberg, Antisemiten/Konservative: 6.295 Stimmen (41,2%)

Im ersten Wahlgang gewählt: Ludwig Loewe, Deutsche Fortschrittspartei

Zweiter Wahlkreis

  • Rudolf Virchow, Deutsche Forschrittspartei: 18.088 Stimmen (54,4%)
  • Adolf Stöcker, Antisemiten/Konservative: 11.627 Stimmen (35,0%)
  • Louis Viereck: Sozialdemokraten: 3.159 Stimmen (9,5%)

Im ersten Wahlgang gewählt: Rudolf Virchow, Deutsche Fortschrittspartei

Dritter Wahlkreis

  • Kurt von Saucken-Tarputschen, Deutsche Fortschrittspartei: 12.846 Stimmen (60,0%)
  • Julius Schultze, Antisemiten/Konservative: 4.927 Stimmen (23,0%)
  • Wilhelm Liebknecht, Sozialdemokraten: 2.452 Stimmen (11,4%)
  • Ernst Henrici, Antisemiten: 843 Stimmen (3,9%)

Im ersten Wahlgang gewählt: Kurt von Saucken-Tarputschen, Deutsche Fortschrittspartei

Vierter Wahlkreis

  • Albert Traeger, Deutsche Fortschrittspartei: 41,601 Stimmen (47,0%)
  • August Bebel: Sozialdemokraten: 13.573 Stimmen (32,6%)
  • Adolph Wagner, Antisemiten/Konservative: 8.270 Stimmen (19,9%)

Zweiter Wahlgang notwendig: Stichwahl zwischen Albert Traeger und August Bebel, die Albert Traeger gewinnt

Fünfter Wahlkreis

  • Eugen Richter, Deutsche Fortschrittspartei: 11.127 Stimmen (66,4%)
  • Christoph Josef Cremer, Antisemiten/Konservative: 5.307 Stimmen (31,7%)

Im erste Wahlgang gewählt: Eugen Richter, Deutsche Fortschrittspartei

Sechster Wahlkreis

  • Moritz Klotz, Deutsche Fortschrittspartei: 18.911 Stimmen (48,8%)
  • Wilhelm Hasenclever, Sozialdemokraten: 10.629 Stimmen (27,4%)
  • Meyer, Antisemiten/Konservative: 8.959 Stimmen (23,1%)

Zweiter Wahlgang notwendig: Stichwahl zwischen Moritz Klotz und Wilhelm Hasenclever, die Moritz Klotz gewinnt.

Ergebnisse für Berlin

  • Deutsche Fortschrittspartei: 89.216 Stimmen = 53,4% (1878: 85.424 Stimmen = 53,6%)
  • Antisemiten/Konservative: 45.358 Stimmen = 27,1% (1878: 15.586 Stimmen = 9,9%)
  • Sozialdemokraten: 30.010 Stimmen = 17,9% (1878: 56.164 Stimmen = 35,3%)

Die Sozialdemokraten sind in ihrem Wahlkampf 1881 anders als 1878 durch das Sozialistengesetz stark eingeschränkt. Sie treten im Wesentlichen nur im vierten und sechsten Wahlkreis an, wo sie eine Chance haben zu gewinnen. Ihre Strategie, sich für antisemitische Ressentiments offen zu halten, z. B. mit der Schrift Wilhelm Hasenclevers „Der Wahrheit die Ehre“, scheint nicht aufgegangen zu sein. Vielmehr sind wohl zahlreiche ihrer Wähler zum Original, den Konservativen übergelaufen, die sich in diesem Wahlkampf offen als antisemitisch gebärdet haben.

Die Deutsche Fortschrittspartei kann ihren Stimmenanteil trotz eines erbitterten Wahlkampfs der Regierung gegen sie bei absolutem Stimmengewinn halten und alle sechs Mandate für Berlin gewinnen.

Berlin bleibt fortschrittlich!

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