Alex Tabarrok: Launching the Innovation Renaissance

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Alex Tabarrok ist neben Tyler Cowen einer der beiden Blogger von MarginalRevolution, einem der bekanntesten Ökonomie-Blogs und unsererseits empfohlen. Dort besticht er durch seine zwar selteneren, aber dafür fundierten Posts. In seinem Ebook „Launching the Innovation Renaissance“ von November 2011 wendet er sich Möglichkeiten zu, wie Innovationen erleichtert werden könnten.

Im wesentlichen nennt und erläutert er folgende Punkte:

1. Die Motivation für das Patentrecht ist klassischerweise, daß durch dieses Innovationen belohnt werden. Allerdings ist das empirisch nicht nachzuweisen. In vielen Bereichen verhindert das Patentrecht Innovationen, was Alex Tabarrok an verschiedenen Beispielen aufzeigt. Von daher plädiert er für eine teilweise Beseitigung oder deutliche Reduktion von Schutzfristen und -rechten, beispielsweise für Patente auf Software und Geschäftsprozesse. Nur in Bereichen, in denen Innovationen hohe Anfangsinvestitionen erfordert, etwa bei der Entwicklung von Medikamenten sieht er eine Berechtigung, zeigt aber auch Alternativen auf, um hohe Preise durch die zeitweiligen Monopole zu vermeiden (z. B. Prize Funds). Dieser Abschnitt stellt den größten Teil des vorgetragenen Buches dar.

2. Eine Überholung des amerikanischen Bildungssystems mit seinen paradoxen Seiten, einer hohen Schulabbrecherquote und hohem Andrang auf universitäre Abschlüsse. Für die Schulen werden bessere Bezahlung bei gleichzeitig stärkerer Durchsetzung von Qualität vorgeschlagen, bei der allerdings Lehrergewerkschaften als Hindernis erscheinen. Subventionen für Colleges sollten hingegen zurückgefahren werden und auf die STEM-Fächer (Science, Technology, Engineering und Mathematics) konzentriert werden, deren Studentenzahlen seit langem stagnieren. Attraktiv erscheint Alex Tabarrok eine berufliche Ausbildung wie in Deutschland. Ausländische Studenten nach erfolgreichem Abschluß sei unsinnig, genauso wie verschlossene Grenzen für gut ausgebildete Zuwanderer (wobei er betont, daß ihm auch die Zuwanderung von weniger Qualifizierten lieb ist).

Insgesamt solle die Politik weg von Welfare-Warfare- zum Innovationsstaat führen, was allerdings leichter gesagt als getan ist. Schließlich hatte der Welfare-Warfare-Staat bislang genug Unterstützung, um sich immer weiter auszubreiten. Und das Personal, das soweit ganz andere Interessen bedienen gelernt hat, kann vielleicht nicht einfach auf Innovation umgepolt werden. Wenn da nicht der Bock zum Gärtner gemacht wird, etwa wie bei der weltweiten Energieplanwirtschaft, die sich ja auch Innovation aufs Panier geschrieben hat.

Zum Schluß bringt Alex Tabarrok seine Gedanken auf die Losung „One idea, one world, one market“, die wenigstens ins Deutsche übersetzt etwas unglücklich gewählt scheint. Dafür gefiel uns seine Schlußbemerkung, daß manche Leute Menschen nur als Mägen ansehen, die etwas wegfressen, während er sie als Gehirne sieht, die zusätzlich etwas schaffen können.

Das Buch ist gleich als Ebook geschrieben und nicht sehr lang, läßt sich von daher in einem Zug durchlesen. Dafür fehlt manchmal etwas das Detail. Für eine Preis von aktuell 2,63 Euro dennoch empfehlenswert.

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