Illusionen bei den Nationalliberalen

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Um die Jahreswende 1877/8 lockt Bismarck die Nationalliberalen mit der Aussicht auf Ministerämter. Besonders der immer kompromißbereite Rudolf von Bennigsen springt darauf an. In der nationalliberalen „Kölnischen Zeitung“ scheint die Sache schon ausgemacht zu sein, wie die Neue Freie Presse, am 2. Januar 1878 mit einer Portion Skepsis aus Wien berichtet:

Es gelte als ausgemacht, sagt die Kölnische Zeitung im Hinblick aus den Besuch Bennigsen’s in Varzin, daß einige Führer der nationalliberalen Partei in das preußische Ministerium eintreten werden. Bennigsen hatte auf der Rückreise bereits mit Forckenbeck, Lasker, Stauffenberg über diese Eventualität unterhandelt. Die Einzelheiten des vereinbarten Programmes, welches eine engere Verbindung zwischen den preußischen Ministerien und den Reichsämtern anstrebt, seien nach nicht bekannt und würden auch nicht früher zu weiterer Kenntniß gelangen, als bis der Kaiser sie genehmigt hätte. An dieser Auskunft wäre vorerst, falls sie authentisch ist, das Eine erfreulich, daß Fürst Bismarck die Unentbehrlichkeit der liberalen Majorität zur Voraussetzung seiner Reformpläne macht. Wenn die letzteren präcisirt sein werden, dann wird sich über die Angelegenheit weiter sprechen lassen. 

Zum Hintergrund:

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