Für tapferen Einsatz vor dem Gast

Dieser Artikel wurde 1723 mal gelesen.

Neue Freie Presse, Wien, 25. Januar 1878

[Kellner-Orden.] Der Verband deutscher Gastwirthe beschloß in seiner letzten, in Breslau stattgehabten General-Versammlung, Kellner und andere Restaurations-Bedienstete, welche mindestens drei Jahre untadelhaft auf einer Stelle gedient haben, mit einem Ehrenzeichen, welches sichtbar getragen werden sollte, zu decoriren. Dasselbe besteht für Kellner etc. in einer Medaille, für die weiblichen Dienstboten in einer Broche, respective Medaillon, und wird an den deutschen Farben getragen. Mehrere Berliner Kellner, welche mit dieser Decoration bedacht worden sind und dieselbe bei ihrer Amtirung angelegt haben, sind seitens einiger Schutzleute denuncirt worden, und zwar wegen unbefugten Tragens von Ehrenzeichen. Auf eine an das Polizei-Präsidium seitens des Ausschusses des deutschen Gastwirthverbandes gerichtete Eingabe, worin des Näheren auseinandergesetzt wurde, daß es sich hier um eine Ordens-Decoration im Sinne des Gesetzes nicht handle und die respectiven Auszeichnungen auch nur für die Ausübung des Dienstes getragen werden dürfen, hat das Polizei-Präsidium sich dem angeschlossen und den Ausschuß vor einigen Tagen schriftlich davon in Kenntniß gesetzt, daß gegen das Tragen der betreffenden Auszeichnungen nichts zu erinnern sei. Dennoch wird auf dem nächsten in Dresden stattfindenden Gastwirthstage ein Antrag auf Wiederabschaffung derselben gestellt werden.

Dieser Beitrag wurde unter 1878, Bürokratie, Deutschland, Polizei veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar