England und Afghanistan

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Neue Freie Presse, Wien, 1. Februar 1878

London, 28. Januar. [Orig.-Corr.] (England und Afghanistan. Die Biographie des Prinzen Albert.) Ich war bereits neulich in der Lage, Ihnen auf Grund authentischer Mittheilungen berichten zu können, daß die Afghanen Dank der unklugen Politik Englands sich in einer durchaus unfreundlichen Stimmung gegen die englische Regierung in Indien befinden. Heute nun wird meine Mittheilung durch ein Telegramm der Times aus Calcutta bestätigt. „Es kann keinem Zweifel unterliegen,“ so telegraphirt der Correspondent, „daß im gegenwärtigen Augenblick der russische Einfluß in Afghanistan allmächtig ist. Der Emir macht gar keinen Hehl daraus, seine Feindschaft gegen England zu documentiren. Im vorigen Jahre proclamirte er öffentlich einen heiligen Krieg gegen die englische Regierung in Indien, und nur durch die feste Haltung der letzteren wurde er verhindert, seine Drohung auszuführen. Bis jetzt glaubte man immer, Afghanistan werde eine unüberwindliche Schranke gegen ein russisches Vordringen nach Indien sein, allein aus dem Obigen ersieht man, daß fünfhundert Meilen Hinderniß von den Russen fortgeräumt wurde, und daß sozusagen Rußland und England bereits aneinander grenzen. Nun haben die Russen einen leichten Weg nach Indien, und der Rubel, sowie Intriguen beim Emir werden die Sache noch viel leichter machten.“ […]

Siehe auch: Zweiter Anglo-Afghanischer Krieg

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