Politische Chronik – 5. Februar 1878

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Berliner Gerichtszeitung, 5. Februar 1878

— Politische Chronik. Der deutsche Kaiser wird Morgen Nachmittag 2 Uhr den Reichstag im weißen Saale des königlichen Schlosses eröffnen.— Während aus Rußland die Unterzeichnung des Waffenstillstandes und die Annahme der Conferenz gemeldet wird, schickt sich Griechenland an, in Thessalien einzurücken, angeblich, um daselbst die griechischen Nationalen gegen die Angriffe der Türken zu schützen. -— Auch Serbien hat bisher von dem zwischen der Türkei und Rußland abgeschlossenen Waffenstillstande keine Notiz genommen; dieser Staat setzte vielmehr seine Operationen weiter fort.

— Landtag. In der gestrigen Sitzung des Herrenhauses standen nur geringfügiges Interesse darbietende Gesetzentwürfe zur Berathung. — Im Abgeordnetenhause wurde zunächst die Frage in Betreff der etwaigen Schließung des Landtages eingehenden Erörterungen unterzogen, an denen sich die Vertreter der Regierung lebhaft betheiligten. Irgend welches Resultat ergab sich indessen nicht. Alsdann rief die Berathung des Gesetzentwurfes, betreffend die Sitze der Oberlandes- und Landesgerichte, welcher imt Herrenhause mannigfache Aenderungen erlitten hat, eine lebhafte Debatte hervor.

— Die Ereignisse im Orient. Die wichtigste Nachricht über die dortigen Ereignisse ist die Unterzeichnung der Waffenstillstandsbedingungen so wie der Friedenspräliminarien und die angeordnete Einstellung aller militärischen Operationen. Voraussichtlich hat somit der Krieg seinen Abschluß gefunden, und hoffen wir, daß wir nicht nöthig haben werden, unsere kleine Rubrik, bezüglich der Kriegsereignisse, wiederum eröffnen zu müssen. Die Türken haben übrigens den Feldzug noch mit einer glänzenden Waffenthat geschlossen; denn wie englischen Blättern mitgetheilt wird, erlitten die Russen bei Batum eine blutige Niederlage. Der Verlust der Russen wird auf 3000 Mann angegeben.

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