Zum Tag des deutschen Biers

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Erst mal gibt es für uns sowieso nur Bier, egal woher. Und dann finden wir es etwas traurig, gerade die ersten staatlichen Vorschriften zu feiern.

Hier ein paar freisinnige Zitate und Verweise zum Thema:

Eugen Richter (Freisinnige Volkspartei) am 23. März 1895 im Reichstag:

Bange machen gilt nicht! Und wenn die Biersteuer wieder ihr Haupt erheben wird, so hoffe ich, daß sie dann ebenso glänzend auf den Kopf geschlagen wird wie bisher.

Albert Traeger (Deutsche Fortschrittspartei) im Reichstag am 5. April 1881:

Als einmal die Wogen der Temperenzbewegung in Amerika, meine Herren, sehr hoch gingen, setzte eine große Zeitung einen nicht unerheblichen Preis auf den kürzesten, die Materie erschöpfenden Leitartikel aus, und der prämiirte, aus einem einzigen Satz bestehende Leitartikel lautete folgendermaßen: “Ich will lieber die ganze Welt freiwillig betrunken als einen einzigen Menschen durch Zwang nüchtern sehen.”

Max Broemel (Deutsch-Freisinnige Partei) am 11. Januar 1893 im Reichstag:

Das Bier soll Steuerobjekt sein, nicht die Bierproduzenten und nicht die Schankwirthe. Diese ganze Steuerpolitik macht eigentlich den Eindruck: man greift nach einem Artikel und erklärt: er kann mehr bluten —, und dann greift man nach einem Menschen, den man für einen genügend anrüchigen Patron hält, und erklärt: der Kerl muß zahlen. Das ist keine Steuerpolitik mehr, die mit all den ruhigen, besonnenen Erwägungen rechnet, welche sonst bei der Vertheurung eines großen Konsumartikels durch Steuern angestellt werden, das ist eine Steuerpolitik, die blind zugreift, um jemandem die Tasche zu leeren, das streift viel mehr an eine steuerpolitische Wegelagerei als eine staatsmännische Finanzpolitik . . .

(Glocke.)

Vizepräsident Dr. Baumbach: Ich muß den Herrn Redner hier doch unterbrechen. Ich glaube, daß der Ausdruck “eine steuerpolitische Wegelagerei” kaum als ein parlamentarischer bezeichnet werden kann.

Abgeordneter Broemel: Meine Herren, ich lege keinen Werth auf den einzelnen Ausdruck, denn die Sache spricht für sich selbst.

 

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