Religiöse Feiertage privatisieren!

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Rituelle Stechschritt-Prozession (Quelle: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/ Horst E. Schulze)

Wir gönnen es jedem, die Tage zu begehen, die ihm in seinem Glauben heilig erscheinen, sei er Christ, Jude, Moslem, Buddhist oder Hindu. Mit Lessing halten wir alle in Ehren, die sich als anständige Menschen benehmen, ganz gleich, was sie auch glauben mögen. Und das gilt auch für Sozialisten.

Aber warum müssen alle anderen mitmachen? Warum müssen die Tanzschuhe am Karfreitag im Schrank bleiben, weil es gewissen Christen nicht behagt, daß getanzt wird? Und zurecht wird es als Übergriff empfunden, wenn Islamisten ihre Vorgaben anderen aufoktroyieren möchten. Doch warum darf niemand einkaufen, Handel treiben oder arbeiten, wenn Sozialisten sich in rote Tücher wickeln wollen? Reicht die Ironie etwa nicht aus, daß der 1. Mai ausgerechnet von den Nationalsozialisten den Deutschen aufgepreßt wurde?

Wir hingegen sind der Meinung, daß Feiertage privat sein sollten und nicht Sache des Staates als Zwangsgewalt. „Oje“, hören wir schon rufen: „Ihr wollt doch nur den Arbeitgebern ein paar mehr Arbeitstage zuschanzen!“

Mitnichten! Eine Privatisierung der Feiertage würde schließlich den Sinn bestehender Verträge nicht berühren. Was an verordneten Urlaubstagen — und nichts weiter sind staatliche Feiertage — entfällt, das ist dann eben freier Urlaub, den jeder auf die Tage legen kann, die ihm wichtig erscheinen. Bei neuen Verträgen kann der einzelne aushandeln, was ihm frommt. Und selbstredend kann ein jeder, der sich gerne eine rote Mülltüte überstülpen, Flaggen wedeln und langweilige Reden seiner Bonzen anhören will, weiterhin den 1. Mai freinehmen.

Freiheit ist auch die Freiheit, das zu tun, worüber andere lachen.

 

Siehe auch: Eugen Richter: „Sonntagsruhe“ im Politischen ABC-Buch, 9. Auflage, 1898.

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