Freie Einwanderung braucht die Welt

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[Wir freuen uns, den folgenden Artikel von Jorge Arprin übernehmen zu dürfen. Erschienen ist er zuerst auf seinem Blog arprin, den wir für seine immer wieder hervorragend recherchierten und argumentierten Beiträge schätzen und unseren Lesern empfehlen möchten. Die Forderung des Artikels unterstützen wir vollauf.]

Was würde geschehen, wenn es einem Menschen gelingt, ein Mittel gegen Krebs zu finden? Gewiss würden alle Zeitungen darüber berichten, es wäre die größte Nachricht des Jahres und überall auf der Welt würde es Freudensprünge geben. Lässt sich dasselbe sagen, wenn es um ein Mittel gegen Armut geht? Definitiv nicht. Zwar hat man ein Mittel gefunden, mit dem man Armut wirksam bekämpfen kann – den Freihandel – doch die weltweite Euphorie hält sich in Grenzen. Viele wollen das Mittel nicht nehmen und lieber das Gift weiter schlucken. Ein anderes Mittel, mit dem man die Armut bekämpfen kann, wird ebenfalls ignoriert: Freie Einwanderung.

Eine Welt, in der jeder dorthin reisen darf wo er will, ohne Grenzkontrollen und ohne sonstige Behinderungen – es gibt wohl kaum eine Vision, die utopischer daherkommt. Dennoch setzt sich Vipul Naik, der von Bryan Caplan inspiriert worden war, in seinem Blog “Open Borders” genau dafür ein. Die Mauern sollen fallen, wörtlich und im übertragenen Sinne. Dabei ist es nicht so, dass Naik oder Caplan die Probleme leugnen, die durch ungeregelte Einwanderung entstehen können, also die Einwanderung in den Sozialstaat oder der Zusammenprall zwischen den Kulturen. Jedoch vertreten sie die Ansicht, dass alle diese Probleme gelöst werden könnten und alle Länder der Welt von offenen Grenzen mehr profitieren würden als von einer restriktiven Einwanderungspolitik.

Caplan findet, dass offene Grenzen der “effiziente, egalitäre, libertäre und utilitaristische” Weg wäre, um das weltweite BIP zu verdoppeln. Er bietet für alle Probleme, die durch Einwanderung entstehen, Lösungen an, die die Gegner von offenen Grenzen ruhig stellen sollten. Wenn Einwanderer den amerikanischen Steuerzahler belasten, könnte man ihnen die Sozialhilfe verwehren oder eine Aufnahmegebühr verlangen. Wenn sie die amerikanische Kultur bedrohen, könnte man ihnen Englisch-Tests auferlegen. Wenn sie die Freiheit gefährden, könnte man ihnen das Wahlrecht entziehen. All dies wäre besser als eine restriktive Einwanderungspolitik, die Caplan für ein “unnötiges, drakonisches Mittel” hält.

Darüber hinaus argumentieren die Open Borders-Verfechter auch mit moralischen Bedenken gegen die restriktive Einwanderungspolitik. Michael Huemer erzählt folgende Geschichte:

“Marvin ist sehr hungrig und versucht in einen Markt zu gehen, um dort Essen zu kaufen. Eine andere Person, Sam (Sam hat viele Neffen und Nichten, also nennen wir ihn Onkel Sam), entscheidet sich, Marvin mit Zwang daran zu hindern, in diesen Markt zu gehen. Er nimmt seine M16 und blockiert die Straße. Als Folge kann Marvin nichts gegen Essen eintauschen und verhungert. Nun ist die Frage, hat Sam Marvin getötet? Hat er seine Rechte verletzt? Fast jeder würde Ja sagen, Sam hat falsch gehandelt. Wenn Marvin dadurch stirbt, hat Sam ihn faktisch getötet. Es ist nicht so, dass Sam es nicht geschafft hat, Marvin zu helfen. Nein, er hat aktiv eingeschritten … Dies ist vergleichbar mit der Einwanderungspolitik der US-Regierung. Es gibt Leute die in unserem Markt handeln wollen, in diesem Fall der Arbeitsmarkt, und die Regierung verhindert dies erfolgreich, indem sie Zwang anwendet.”

Die Hürden, die Open Borders überwältigen muss, sind so hoch, dass es in den nächsten Jahren sehr wahrscheinlich keine offenen Grenzen geben wird. Doch die Open Borders-Verfechter sind Pioniere für eine bessere Welt.

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