Aphorismen von Julius Stettenheim (1831-1916)

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Julius Stettenheim war der Begründer der „Berliner Wespen„, die zeitweise auch der von Eugen Richter herausgegebenen „Freisinnigen Zeitung“ beigelegt waren. Die folgenden Aphorismen stammen aus seinem Buch „1000 Ein- und Zweizeiler“ von 1896:

  • Es gehört viel Geistesgegenwart dazu, den Geist der Gegenwart zu verehren.
  • Die gesetzgebenden Versammlungen sind so fleißig, daß wir bald gesetznehmende brauchen werden.
  • Die Sozialisten verlangen nichts weiter, als daß die Decke sich nach den  Menschen strecken soll.
  • Es ist eine traurige Thatsache, daß das deutsche Reich nur drei freie Städte hat.
  • Komisch ist, daß Bürgerliche in den niederen Adel erhoben werden.
  • Nach gewissen Enthüllungen aus unseren Kolonien könnte man sagen: Wir  besseren Menschen sind doch Wilde.
  • Wer die Bevölkerungszahl eines Landes nach Seelen angiebt, übertreibt immer.

Und der beste:

  • Der Freiheit eine Gasse! Das ist doch eine zu weit getriebene Bescheidenheit.

Hinweis

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Mehr Aphorismen unter: http://www.julius-stettenheim.de/Ein_und_Zweizeiler/Kannegiesserei.htm

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