Heiße Trends von der IFA 2013

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von Henning Helmhusen (Wiederholung von 2011 und 2012)

Wer beim Wort “Funkausstellung” nicht sofort an den rasanten Fortgang der Technik denkt, dem ist einfach nicht zu helfen. Für alle anderen möchte ich einige der faszinierenden Entwicklungen vorstellen, die unser Leben in Zukunft revolutionär verändern werden.

Erstaunliches tut sich so zum Beispiel im Haushalt. Es wirkt fast schon wie in einem James-Bond-Film. Wer früher vom Armaturenbrett seines Aston Martin das Durchschütteln des Martinis steuern mußte, kann dies heute ohne große Umstände von seinem Handy aus in Angriff nehmen. Auf diese Weise ist man sogar im Urlaub immer auf dem Laufenden und kann die Stereoanlage mitten in der Nacht aufdrehen, damit einen die Nachbarn nicht vergessen.

Nichts weniger als genial ist auch der Haushaltsroboter eines japanischen Herstellers. Er ermöglicht es dem Anwender, selbst zu kochen. Dazu muß man den Maschinenknecht einfach nur ausschalten. Und auch andere Anwendungen erweisen sich als überaus richtungsweisend. Per Internet läßt sich so ganz einfach die Temperatur von kochendem Wasser abfragen.

Wie schon seit langem verschmilzt jetzt auch schon wieder plötzlich immer mehr Fernsehen und Internet. So ist es zukünftig möglich, Websites bequem vom heimischen Sofa per Eintippen der IP-Adresse auf der Fernbedienung abzurufen.

Ist im Internet mal nichts Neues zu finden, so erscheint nach Abspielen der Nationalhymne ein Testbild, mit dem sich das ordnungsgemäße Funktionieren des Monitors überprüfen läßt. Und es kommt noch besser. Interaktivität heißt hier das Zauberwort. So kann der Zuschauer zukünftig seinen Unmut über eine Sendung sofort loswerden. Dazu muß er nur mit seiner Fernbedienung eine Kritik eintippen, diese mit dem angeschlossenen Drucker auf Papier bannen und schließlich als Brief mit der Post abschicken.

Mehr ein Gadget für Angeber ist hingegen der Blackberririzer. Mit ihm wird es auch für Nicht-Besitzer des namensgebenden Smartphones zum Kinderspiel, Emails mit den typischen Rechtschreibfehlern zu versenden und so seine Mitmenschen zu beeindrucken.

Willkürlich werden dabei Groß- und Kleinbuchstaben vertauscht, die Grammatik verstümmelt und sogar hochkomplexe Dreher eingebaut. Aber auch der Erzkonkurrent Apple läßt sich nicht lumpen und wartet mit dem iBall auf. Was auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Fußball aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als wahres Kommunikationswunder, denn jedes der regelmäßigen Sieben- und Neunecke, aus denen der Ball aufgebaut ist, dient auch als Taste, mit der sich durch geschicktes Treten SMS schreiben und versenden lassen.

Während 3D-Radio schon ein alter Hut ist und keinen Medienpinscher mehr hinter dem Ofen hervorzulocken vermag, setzt sich mittlerweile das weitaus innovativere 1D-Fernsehen sogar bei den Zusehern in Österreich und der Schweiz durch. Anstatt das Bild von oben nach unten aufzubauen, werden die Zeilen gewitzterweise nebeneinander angezeigt.

Bloß sind die Receiver leider soweit unhandlich breit. Doch an einer Verbesserung wird nach Angaben der Hersteller eifrig gearbeitet, sodaß sich die Geräte schon bald in jedem gutsortierten Stadion finden werden. In eine ähnliche Richtung geht auch das Internet-Morsen, mit dem Nutzer ohne Handyanschluß ihre Finger wendig halten können.

Natürlich darf bei so viel Innovation die GEZ nicht fehlen. Nicht allein hat sie sich in „e-GEZ 2.0“ umbenannt, sie wartet auch mit technischen Neuheiten auf. Zum einen stellt sie auf der IFA den neuen “People’s Receiver” vor, mit dem sich der Hörer nicht mehr versehentlich zu privaten Sendern verirren kann, weil derselbe nur noch ein einziges Programm aus kontrolliertem Anbau überträgt.

Zum anderen ist nun auch endlich für jeden Haushalt eine “Sendertransaktionssteuer” fällig, mit der das Channel Hopping drastisch reduziert und der Staatshaushalt im Nu saniert werden soll, ohne daß irgendwer merklich dafür bezahlen müßte.

Freuen wir uns also auf die nächste IFA, wenn es wieder heißt: Fernsehen und Internet verschmelzen plötzlich immer mehr, jetzt auch in 3D!

Viele weitere Satiren finden sich auch im neuen Buch von Henning Helmhusen bei Libera Media (erhältlich über Amazon): „Lachen gefährdet Ihre Gesundheit“

Helmhusen Lachen klein 4

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