Öko-Auto fährt mit Wasser

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von Henning Helmhusen

Was Wissenschaftlern über Jahrzehnte Kopfzerbrechen bereitete, scheint an der Fachhochschule Bad Münstereifel einer studentischen Arbeitsgruppe im Fachbereich ökologischer Maschinenbau gelungen zu sein: ein Auto, das mit Wasser fährt.

Dabei ist das Prinzip ganz einfach. „Also, wir nageln drei mit Wasser gefüllte Ein-Liter-Flaschen auf die Motorhaube“, erläutert einer der jungen Erfinder die Funktionsweise. „Und in den Schraubverschluss bohren wir oben ein kleines Loch. Wenn mensch auf einem Hügel losfährt, dann wird das Auto von der Masse des Wassers beschleunigt. Gleichzeitig läuft aber auch das Wasser aus, so dass der Schwung nicht abgebremst wird, wenn mensch wieder bergauf fährt. Oben brauchen wir dann nur noch eine Wassertankstelle, um die Flaschen wieder aufzufüllen.“

Anlässlich einer Probefahrt mit dem Öko-Auto versprach Umweltminister Peter Altmaier großzügige Unterstützung. So soll, um den Wissenschaftsstandort Eifel zu sichern, ein eigenes Forschungsinstitut ‚Öko-Auto 2050‘ gestiftet werden, dessen 10 neugeschaffene Professuren zu gleichen Teilen unter Bewerbern und Bewerberinnen ausgelost werden. Darüber hinaus kündigte der Minister eine Investitions-Initiative des Bundes unter dem Motto ‚Unsere Zukunft liegt im Wasser‘ an.

Allerdings gibt es noch einige kleinere Probleme. „Erstens braucht das Öko-Auto momentan noch einen konventionellen Motor um beim Bergauffahren nachzuhelfen“, so merkt eine Studentin an. „Was uns aber größere Sorgen macht, ist, dass die Flaschen mit den durchstochenen Schraubverschlüssen nicht so gut recyclet werden können.“ Und einer ihrer Kommilitonen ergänzt: „Außerdem wird das der Großindustrie nicht schmecken, dass sie bald gar nicht mehr Dritte-Welt-Länder wie Bahrain, Kuweit oder Saudi-Arabien ausbeuten kann.“

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