Eugen Richter über Finanzminister

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Deutscher Reichstag, 5. Dezember 1893

„Der Herr Minister [d.i. der königlich bayerische Staatsminister der Finanzen, Dr. Freiherr von Riedel] hielt es für nöthig zu erklären, daß er nicht der Handlanger Preußens sei. Hat niemand von uns geglaubt!

(Zurufe.)

— Nein, in Steuersachen durchaus nicht! Da gleichen die Finanzminister alle einander.

(Heiterkeit.)

Keiner braucht Handlanger zu sein, sie nehmen alle so gern und so viel sie irgend bekommen können. Der Herr bayerische Finanzminister ist im ganzen Reich bekannt, daß er am liebsten aus dem Vollen wirthschaftet, er ist dafür bekannt, daß er am liebsten mit Ueberschüssen paradirt, und für ihn gilt am allerersten der Grundsatz: in dubio pro fisco, d. h. nimm, was du kriegen kannst, — die Finanzverwaltung wird dann um so bequemer für den Minister.“

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