Kämpfe in Deutsch-Ost-Afrika

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Neue Freie Presse, Wien, 1. Januar 1890

Aus Deutsch-Ost-Afrika werden neue Kämpfe gemeldet und stehen voraussichtlich weitere bevor. Der Araber-Chef Bemann Heri [d.i. Bwana Heri] rückt, wie telegraphisch gemeldet, mit 6000 Mann vor, um die Deutschen bei Pangani anzugreifen. Der Nachfolger des standrechtlich gehenkten Buschiri scheint kein zu verachtender Gegner, da er bereits vor wenigen Tagen eine deutsche Truppenabtheilung angegriffen und derselben einen Officier tödtlich verwundet und einige Mannschaften getödtet hat. Major Wißmann, so setzt der Sansibarer Times-Correspondent hinzu, welcher diese Drahtmeldungen in die Welt schickt, hat in Bagamoyo seine Streitmacht gesammelt, um dem neuen Insurgenten-Chef entgegenzuziehen. Die Hoffnungen, welche man auf die Unschädlichmachung des wilden Buschiri für die endgiltige Unterdrückung des Aufstandes setzen zu dürfen glaubte, haben sich somit als trügerisch erwiesen; der Ausstand lebt in Bemann Heri fort. Freilich wurden sofort nach der Hinrichtung Buschiri’s Stimmen laut, welche darauf hinwiesen, daß der Hingerichtete im Süden keinerlei Einfluß gehabt hatte, von dorther somit neue Verwicklungen wol zu besorgen sein dürften.

Hintergrund

Seit Mitte der 1880er Jahre ist Deutschland ins Kolonialtreiben eingestiegen, was von den Freisinnigen bekämpft wird. Ludwig Bamberger sagt voraus, daß man sich manchen Nasenstüber holen werde. Ab 1888 gibt es dann auch schon den ersten größeren Aufstand, den ersten in einer langen Reihe.

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