An den Maikäfer

Dieser Artikel wurde 2343 mal gelesen.

Wippchen (a.k.a. Julius Stettenheim), 1894

WippchenSo ließest Du Dich wieder
In meinen Garten nieder,
Du brauner Lenzgesell‘,
Dir dient ein grünes Blättchen
Als Mittagstisch und Bettchen,
Thautröpflein ist Dein Quell.

Cigarrenkisten haben
Bereit die bösen Knaben,
Drin sammeln sie Dich ein,
Verkaufen Dich für Nadeln
Und, was speciell zu tadeln,
Quälen Dich Obenein.

Wie Du leb’ ich bescheiden,
Wie Du muß viel ich leiden,
Käfer, wie gleich ich Dir!
Wie Du, wenn ich alleine,
Schwärm’ ich im Mondenscheine,
Und Niemand weiß, wofür.

Hinweis

Bei Libera Media gibt es kommentierte Neuauflagen der Werke von Julius Stettenheim, dem Macher hinter den „Berliner Wespen“ (erhältlich über Amazon, einfach auf das Bild klicken):

Wippchens%20Gedichte%20klein%202 Ein%20lustig%20Buch%20klein%202 Burlesken%20Klein%201

Siehe auch:

Dieser Beitrag wurde unter 1894, Julius Stettenheim, Lyrik, Satire, Umwelt veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar