Die größten Zapfenstreiche aller Zeiten

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von Henning Helmhusen

Der alte Laibach-Fan Thomas de Maizière hat sich zu seinem Ausstand bei der Bundeswehr „Live is life“ gewünscht, was ein gegebener Anlaß ist, einmal Rückschau zu halten.

Zapfenstreiche im heutigen Sinne waren bis zur Bundesrepublik völlig unbekannt. Früher gab es nur Tschinderassabum. Daß sich der erste Reichswehrminister Gustav Noske ein Stück der „Bloodhound Gang“ gewünscht haben könnte, paßt dazu nicht, und wird von seriösen Historikern mittlerweile eher bezweifelt. Auch Gerüchte, der Altkanzler und Superminister Adolf Hitler habe zu den Klängen von „Give Peace a Chance“ abtreten wollen, erscheinen zumindestens übertrieben.

Hier nun also die Hitparade der größten Zapfenstreiche:

  • Gerhard Stoltenberg bewies 1992 mit „Eisgekühlter Bommerlunder“ feine Selbstironie. Allerdings verhaspelten sich die Militärmusiker beim schnellen Teil etwas.
  • Helmut Schmidt, wie immer souverän, meldete sich 1972 mit „Smoke on the Water“ ab. Der alte Rocker.
  • Ursula von der Leyen soll sich, so wird gemunkelt, bereits „Killer Queen“ vorgemerkt haben. Dazu muß sie aber noch die Dienstgrade der Militärmusiker auswendig lernen.
  • Manfred Wörner überraschte 1988 mit einem Medley aus „The Final Countdown“, „Wir wollen Sonne statt Reagan“ und „99 Luftballons“. Die unmißverständliche Botschaft: Dann schon lieber Atomtod, das dauert wenigstens nicht so lange.
  • Franz Josef Strauß entschied sich 1963 eher für etwas Nachdenkliches und intonierte persönlich: „I did it my way!“
  • Bei Karl Theodor Guttenberg würde jeder auf Anhieb meinen, daß dieser Heldendarsteller sich 2011 mit „Smoke on the Water“ verabschieden ließ. Beim genaueren Hinhören stellte sich allerdings heraus, daß es „Alles nur geklaut“ von den Prinzen war.
  • Der Verteidigungsminister der Herzen Rudolf Scharping ist in manchem unerreicht und verdient in dieser Liste den Ehrenplatz. Seine Wahl fiel 2002 nämlich auf „Das Lied der Schlümpfe“, allerdings mit vielen Wagnertuben und der ganz großen Trommel. Die anschließende Polonaise wird immer als kultureller Höhepunkt in Erinnerung bleiben.

Freuen wir uns also auch in Zukunft auf einen Kessel bunter Zapfenstreiche. Ab-tre-ten!

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