Ausweisungen aus Berlin

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Allgemeine Zeitung des Judenthums, 9. Februar 1890

Verschiedene ausländische Studenten der hiesigen Technischen Hochschule sind im letzten Herbst ausgewiesen worden. Wie jetzt verlautet, waren dieselben ausschließlich jüdischer Religion. Unter ihnen befanden sich drei Russen, welche in Zürich ihre Studien fortsetzen. Ein Appell an das russische General-Konsulat zum Zwecke der Intervention blieb fruchtlos; auch die sonst übliche Frist bis zur Abreise war ihnen von der Behörde nicht bewilligt worden.

Hintergrund

Seit 1885 werden russische und österreichisch-ungarische Staatsangehörige aus Preußen ausgewiesen (und auf Druck Bismarcks auch aus anderen deutschen Staaten). Die Maßnahmen richtigen sich vor allem gegen Polen, allerdings auch sehr häufig gegen Juden, die etwa 10.000 der 35.000 Ausgewiesenen stellen. Der russische Staat ist selbst auf antisemitischem Kurs und hat hier wenig Interesse, für seine Untertanen tätig zu werden. Offene Grenzen gibt es dafür aber in der Schweiz.

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Siehe auch:

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