Eine Lebensfrage für Köln

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Berliner Gerichtszeitung, 13. Februar 1890

—  Eine Lebensfrage für Köln hat in den letzten Tagen ihre Lösung nach den Wünschen und den Interessen der Bevölkerung gefunden. Der Karnevalsumzug am Rosenmontag, welcher nicht nur als althergebrachtes Volksfest, sondern auch in seiner Rückwirkung auf Handel und Industrie für die Stadt und die gesamte Provinz von größter Bedeutung ist, ist infolge der Immediat-Eingabe von 300 Bürgern endgiltig trotz des Widerstrebens der oberen Behörden gestattet worden. Der Polizei-Präsident hat dem Fest-Comité die erforderliche Genehmigung erteilt, und dieses setzt nun alle Hebel in Bewegung, um trotz der beschränkten Zeit den Zug glänzend und prächtig zu gestalten. Ganz Köln schwimmt in Wonne und in — Arbeit. Die Wagenbauer, die Schneider, alle Gewerbetreibenden sind in rastloser Thätigkeit, und neun Musikcorps, welche beim Umzuge mitwirken werden, probieren nach Noten. Man hofft, daß das Fest alle Erwartungen erfüllen und Gäste aus weitestem Umkreise herbeiführen werde.

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