Tear Down This Wall!

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[Gastbeitrag von Acton’s Heir, Erstveröffentlichung bei antibürokratieteam.]

Migration ist vielleicht das entscheidende Thema des 21. Jahrhunderts. Offene Grenzen sind aus pragmatischer wie aus moralischer Sicht ein wünschenswertes Endziel. Die Initiative „Offene Grenzen“ will daran mitwirken, Aufmerksamkeit auf dieses Ziel zu richten und Verständnis für die Dringlichkeit einer zunehmenden Öffnung zu fördern. Auf der European Students for Liberty Conference, die an diesem Wochenende in Berlin stattfindet, wurde soeben offiziell die Webseite vorgestellt.

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts machten sich in ganz Europa junge Menschen auf, um die Schlagbäume niederzureißen, die zwischen ihren Ländern standen. Die Mitglieder dieser jungen Graswurzelbewegung wollten nach Jahrzehnten der Abschottung und des Nationalismus eine neue Welt, die von Frieden, Freiheit und Kooperation geprägt ist. Mehr und mehr wuchs in Europa das Bewusstsein, dass ich dem anderen nicht gerecht werde, wenn ich ihn in Kategorien presse. Viele andere Formen der Diskriminierung sind seitdem verschwunden: nach Geschlecht, Rasse oder sexueller Orientierung.

Leider erleben wir aber seit einiger Zeit eine Gegenbewegung: Zwar spielen Grenzen und Nationalitäten innerhalb Europas immer weniger eine Rolle. Dafür tritt aber ein, gerade auch von politischen Eliten geförderter, EU-Nationalismus auf den Plan. Dieselben Grenzen, die vorher Frankreich, Deutschland und Polen voneinander getrennt haben, werden jetzt gegenüber der außereuropäischen Welt neu errichtet. Während sich die europäische Politelite in Verurteilungen der Schweizer Einwanderungsinitiative ergeht, bauen dieselben Politiker Europa an seiner Südgrenze zu einer Festung aus.

Am 12. Juni 1987 rief Ronald Reagan bei einer Rede vor dem Brandenburger Tor aus:

„Wir begrüßen Wandel und Offenheit. Denn wir sind überzeugt, dass Freiheit und Sicherheit zusammengehören, dass der Fortschritt der Freiheit den Frieden in der Welt nur bestärken kann. Es gibt ein Zeichen, das die Sowjetunion setzen kann, das ganz eindeutig wäre, das die Sache der Freiheit und des Friedens dramatisch voranbringen würde. Generalsekretär Gorbatschow, wenn Sie nach Frieden trachten, wenn Sie Wohlstand haben wollen für die Sowjetunion und Osteuropa, wenn Sie Befreiung ersehnen, dann kommen sie zu diesem Tor. Herr Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor. Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!“

wiki_5.9.11_vierIn diesem Jahr jährt sich der Fall der Mauer und des Eisernen Vorhangs zum fünfundzwanzigsten Mal. Bei allen gegenwärtigen Bedrohungen von Euro bis Krim darf man nicht aus den Augen verlieren, dass die Teile Osteuropas, in denen diese Mauer tatsächlich gefallen ist, heute in Frieden, Wohlstand und Freiheit leben.

Es gibt aber immer noch zu viele Mauern in dieser Welt. Diese Mauern werden von Mächtigen gebaut, nicht von ihren Untertanen, auch wenn die oft die Maurerkelle schwingen und das Gewehr halten müssen. Es gibt noch viele Mauern, die wir einreißen müssen. Und auch diese Mauern werden nicht die Mächtigen einreißen, sondern die Menschen, die sich nach Freiheit sehnen.

Die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Passes und ihrer Herkunft ist eine solche Mauer. Eine Mauer, die Jahr für Jahr einen weitaus höheren Blutzoll fordert als die Mauer in Deutschland während ihrer gesamten Zeit. Eine Mauer, die einen dramatischen Wohlstandsgewinn für die ganze Welt verhindert. Eine Mauer, die all der westlichen Rhetorik von Frieden und Freiheit Hohn spricht.

Jeder kann in seinem Bereich dazu beitragen, dass diese Mauer Stück für Stück abgetragen wird. Das Netzwerk „Offene Grenzen“ möchte dazu beitragen – wir freuen uns über jede Unterstützung!

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Hinweis

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