Kronprinz Friedrich Wilhelm am 14. Januar 1881

„Mit allem Nachdruck bemerkte hierauf der Kronprinz, daß er dieselbe Anschauung heut wie damals hege, daß er die gedachten Bestrebungen auf das Entschiedenste mißbillige und verwerfe. Was sein Gefühl dabei am meisten verletze, sei die Hineintragung dieser Tendenzen in die Schule und die Hörsäle; in die Pflanzstätten des Edlen und Guten sei dieses böse Samenkorn hineingeworfen worden. Hoffentlich werde es nicht zur Reife gelangen. Er vermöge es nicht zu fassen, wie Männer, die auf geistiger Höhe stehen oder ihrem Berufe nach stehen sollten, sich hier zu Trägern und Hilfsmitteln, einer in ihren Voraussetzungen und Zielen gleichmäßig verwerflichen Bewegung hergeben könnten. Der Kronprinz zog zur Erläuterung dieser Anschauungen eine Anzahl anerkannter Zwischenfälle der letzten Zeit herbei, wobei er auf die Geschichte der Agitation und ihrer einzelnen Phasen einging. Gelegentlich der Versammlungen knüpfte der Kronprinz insbesondere an die in den „Reichshallen“ stattgefundene Worte der Verurtheilung.“

– Heinrich Rickert (ohne Namensnennung): Antisemiten-Spiegel, Verlag und Druck von A. W. Kafemann, Danzig 1890. Seite 26-27.

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